Kein Durchkommen: Fußballfans feiern am Sonntagabend an der Kreuzung Bertholdstraße/Warenburgstraße mit Fahnen, Tröten und Autokorso.
Bild: Bartler
Kräftig aufgeschaukelt wird dieser Wagen von Fußballfans an der Saarlandstraße. Die Insassen haben ihren Spaß. Doch längst nicht jeder Autofahrer findet dies lustig.
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Hupende Autos mit jungen Leuten, die sich aus dem Fenster hängen, ausgelassene Fußballfans auf der Straße – am Phänomen der Autokorsos, wie sie seit einigen Jahren bei den Fußball-Großereignissen zu beobachten sind, scheiden sich die Geister. Denn immer wieder kommt es zu gefährlichen Begegnungen zwischen Autofahrern und Fußballfans.Am Sonntag, nach dem gewonnenen Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Dänen, kam es auch im Bereich der Saarlandstraße zu einer „heißen Szene“. Rund 300 Fußballfans befinden sich auf der Straße, jubeln, halten Autos an und schaukeln sie im Überschwang der Feierstimmung auf.
Die meisten Korsofahrer machen den Spaß mit. Doch nicht alle Verkehrsteilnehmer, die hier die Saarlandstraße herunterkommen, sind in Korso-Stimmung oder rechnen mit dieser Situation. Ein Ehepaar in einem Wagen versucht, mit flottem Tempo durch die Menge durchzubrechen. Einen Augenblick sieht es so aus, als würden zwei Fußballfans von dem Fahrzeug erfasst. Die Situation geht noch einmal glimpflich aus. Polizisten sagen, dass diese rücksichtslose Fahrt Folgen haben wird.
Vor Ort fiel den Beobachtern auf, dass vor allem Autofahrer, die nichts mit dem Fußball-Wahnsinn am Hut hatten und zufällig vorbei kamen, schnell in Stress gerieten und versuchten, den Fans und dem Aufschaukeln ihrer Fahrzeuge zu entkommen. Vor allem daraus ergaben sich dann heikle Situationen.
Manche Autofahrer, die beim „Sommermärchen“ der WM 2006 in Deutschland einst lustvoll mit dem Wagen zum Hupkonzert auf den Villinger Innenring ausrückten, meiden inzwischen diese Umtriebe konsequent.
Dabei ging es am Sonntagabend in der Doppelstadt insgesamt weitgehend friedlich und fröhlich zu. Um gefährliche Situationen zu vermeiden, hatte die Polizei die Bertholdstraße an der Kreuzung zur Warenburgstraße gesperrt und den von der Saarlandstraße kommenden Verkehr über die Zähringerstraße umgeleitet. Rund 400 Fußballfans feierten dort an der Kreuzung auf der Straße. Später allerdings zogen die zumeist jungen Leute Richtung Saarlandstraße hinauf, um an der Ecke zur Zähringerstraße die Autos aufzuschaukeln. Die meisten Autofahrer machten den Spaß gerne mit. Und Beobachter schilderten auch eine positive Szene: Als eine ältere Autofahrerin signalisierte, dass sie keinesfalls aufgeschüttelt werden wollte, sorgte einer der Jugendlichen dafür, dass sie unbehelligt durchfahren konnte.
Die Polizei, mit zehn Beamten und einem Polizeihund im Einsatz, hält sich am Sonntag solange im Hintergrund, wie keine massiven Verstöße und Gefährdungen vorliegen. Wenn Autofahrer mit ihren Fahrzeugen erkennbar nicht „durchgeschüttelt“ werden wollen und trotzdem belästigt werden, „greifen wir selbstverständlich ein, wenn wir das erkennen“, verdeutlicht Link. Bisher aber seien noch keine Beschwerden von Autofahrern wegen Nötigung bei der Polizei eingegangen.
Die Umtriebe auf der Straße wollen die Beamten aber nicht ausufern lassen. „Unsere Schmerzgrenze liegt bei einer Stunde“, berichtet Link. Das hat am Sonntagabend in Villingen, aber auch in Schwenningen ganz gut geklappt, zumal der Ansturm der Fans und Korsofahrer längst nicht so groß war wie in früheren Jahren. Der Schwenninger Marktplatz wurde von der Polizei vorsorglich für den Autoverkehr gesperrt. Dort feierten rund 450 Fans. Gegen 23.30 Uhr hatte sich auch dort der Fußball-Überschwang wieder beruhigt. „Solange einfach nur gefeiert wird, wollen wir die positive Grundstimmung der EM weitertragen. Wir wollen niemandem das Feiern vergraulen“, so Link zur Taktik der Polizei.
Hihi, haha, hoho ich lach mich gleich tot. mehr ...