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Konstanz Tage der Chor- und Orchestermusik in Konstanz: Eine Nacht, 42 Konzerte und rund 900 Akteure

"An diesem Wochenende hat sich erneut gezeigt, dass Musik in dieser Stadt sehr geschätzt wird", sagt Ruth Bader über die lange Musiknacht. Tausende Zuhörer kamen zu den 42 Konzerten mit Musikern und Sängern aus Konstanz und der Region

Harfenklänge erfüllten den Festsaal des Inselhotels. Der Publikums-Andrang zur Eröffnung der Nacht der Musik war groß: Alle Stühle waren belegt und selbst die Stehplätze Mangelware. Der Auftakt für den Konzertmarathon mit 40 Ensembles und rund 900 Sängern und Musikern, die an unterschiedlichen Veranstaltungssorten jeweils rund halbstündige Darbietungen gestalteten, war gelungen.

Die Musiknacht war ein Höhepunkt der Tage der Chor- und Orchestermusik der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände und der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände. "Unsere Erwartungen wurden übertroffen", stellte Pressesprecherin Maila von Haussen fest. Bereits zum offenen Singen am Nachmittag kamen so viele Menschen, dass die 400 ausgegebenen Notenhefte rasch vergriffen waren. Die Nacht der Musik bewegte so viele Interessierte, "dass einige Veranstaltungsorte wegen Überfüllung geschlossen wurden", so Maila von Haussen. Konstanz ist eine besondere Stadt, bemerkte sie an diesem Wochenende. Das Spezielle sei auch die grenznachbarliche Zusammenarbeit, die sich in länderübergreifenden Ensembles, bestehend aus Konstanzern und Kreuzlingern, manifestiert. "Normalerweise präsentierten sich nur deutsche Chöre und Orchester. In Konstanz sind auch Gruppen aus der Schweiz und Liechtenstein sowie Mitspieler aus Österreich dabei. Das ist das Spezielle in Konstanz", stellte Maila von Haussen fest.

Auf Wanderschaft begaben sich die Musikinteressierten am Samstagabend, um in den unterschiedlichsten Räumlichkeiten, darunter vorwiegend Konzilsorte, einen Einblick in den Facettenreichtum der Amateurmusik zu bekommen. "Die lange Nacht ist der schönste Event, denn innerhalb von vier Stunden wird eine krasse Bandbreite an unterschiedlichen Ensembles und musikalischen Genres geboten", skizzierte Felix Strasser, der sich durch die Stadt treiben ließ. "Dieser Abend hat Esprit, einen ganz besonderen Geist." Conny und Karl-Heinz Nack hatte ebenfalls die Neugier gepackt. "Wir wollten uns einfach überraschen lassen", sagte Conny Nack, die extra flache Schuhe angezogen hatte, um rasch von Ort zu Ort zu gelangen. "Das Harfenkonzert fand ich toll. Wann bekommt man schon mehr als ein Dutzend Harfen zu hören?" Die Zoffvoices in der Theaterwerkstatt hätte Conny Nack gerne gehört, "aber da war es rappelvoll. Obwohl wir pünktlich waren, hatten wir keine Chance, hineinzukommen." Dafür besuchten sie das Konzert des Jugendblasorchesters Konstanz (JBOK) im Konzil.

Dass das JBOK Bestandteil der Musiknacht wurde, war reiner Zufall, wie Dirigent Ralph Brodmann bekannte. Das Jahreskonzert des Orchesters war längst geplant und wurde kurzerhand in das Programm aufgenommen. Das Veranstaltungsformat gefiel Brodmann, denn "die Besucher können ein gemischtes Programm erleben". Auch Brodmann selbst blieb nach dem eigenen Konzert im Konzil, um den Chören und Orchestern zu lauschen. Als Fan des Konstanzer Akkordeon-Ensembles war Thomas Irmer in die Stephansschule gekommen. "Die Aktion ist super. Der Reiz liegt in der Abwechslung. Und für die Orchester und Chöre ist es eine gute Plattform, um sich vorzustellen."


Ruth Bader, Geschäftsführerin Konzilstadt Konstanz.Bild: Aurelia Scherrer
Ruth Bader, Geschäftsführerin Konzilstadt Konstanz.Bild: Aurelia Scherrer

"Zuspruch ist überwältigend"

Ruth Bader, Geschäftsführerin der Konzilstadt Konstanz, über die musikalische Großveranstaltung

Wie passen die Tage der Chor- und Orchestermusik zum Konziljubiläum?

Während des Konzils kamen viele Menschen in die Stadt. Sie kamen zusammen, tauschten sich aus. Die Parallele zu den Tagen der Chor- und Orchestermusik: Hier kamen ebenfalls Menschen zusammen, um Vielfalt und Unbekanntes zu erleben und tauschten sich aus.

Sind Sie zufrieden mit der Veranstaltung?

Ich bin positiv überrascht und begeistert. Der Zuspruch war überwältigend. Bereits zum Auftaktkonzert im Bodenseeforum kamen mehr als 900 Zuschauer, um zwei neue Werke mit dem Sinfonischen Chor und der Südwestdeutschen Philharmonie zu erleben. Das ist nicht selbstverständlich. An diesem Wochenende hat sich erneut gezeigt, dass Musik in dieser Stadt sehr geschätzt wird.

Was gefiel Ihnen persönlich gut?

Ich bin einfach zu jenen Konzerten, die ich mir sonst nicht unbedingt gezielt anhören würde, und bin vollkommen begeistert von dem Neuen, das ich entdeckt habe. Das Harfenkonzert wollte ich unbedingt erleben. Es war phantastisch. Ein Seniorenzupforchester habe ich zuvor auch noch nie gehört. (as)

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