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Mengen Römerfest: Legionäre in voller Montur geben Einblicke in Kultur und Leben

Römische Soldaten, Alamannen und Kelten kampieren mit Begleitvolk am Bürgerhaus in Ennetach. Der Ennetacher Römer Florian Prinz gewinnt das lustige kapitolinische Gänsetreiben.

Mit einer lustigen Zirkusnummer, dem kapitolinischen Gänsetreiben, fand das Programm des diesjährigen Römerfests seinen Abschluss. Von je einer Gruppe der Römer, Kelten und Alamannen durfte eine Person einen Ring halten und durch diesen mussten zwei Gänse passieren. Florian Prinz von der gastgebenden Truppe der Ennetacher Römer schaffte dabei den Sieg. Veronika Rotthaler und Ivo Zosso vom Esel-Schafhof Boll bei Sauldorf hatten Esel und Gänse mitgebracht.

An zwei Tagen schlugen römische Soldaten, Kelten und Alamannen mit Begleitvolk am Bürgerhaus Ennetach ihr Lager auf und gewährten den Besuchern Einblick in ihre Kultur, Lebensweise und Handwerk. Bereits zum dritten Mal in zweijährigem Rhythmus findet das Römerfest statt, bisher immer direkt am Römermuseum, heuer erstmals am Bürgerhaus. Dieser Platz hat sich besser bewährt, bietet er doch mehr Raum für das Lager und die Gastronomie, die in diesem Jahr der Gesangverein „Liederlust“ übernommen hat. Auch stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung und der Durchgangsverkehr fällt überwiegend weg.

„Coh I raet“ (Cohors prima Raetorum) nennt sich die gastgebende Ennetacher Römergruppe. Zu ihr sind eine weitere Römergruppe, die „Coh II raet“ aus Straubing in Niederbayern, die Keltengruppe „Riusiava“ aus Hülben sowie die Alamannensippe „Gens Lentiensis“ aus Epfendorf bei Rottweil gestoßen. Bereitwillig geben die Mitglieder dieser Gruppen Auskunft über Geschichte, Bekleidung und Ausrüstung, aber auch über sich selbst und ihre Ziele und Tätigkeiten. Beim Gang durch den Lagerbereich trifft man zusätzlich auf einen Bogenbauer, der aus verschiedenen Hölzern und Tierhörnern kunstvolle Schießbogen anfertigt.

Daneben sorgt ein Schmied für ausreichend Glut, um sein Eisen zu bearbeiten. Die Ennetacher Pfadfinder vom Stamm St. Franziskus haben ihre Jurte aufgestellt und bieten verschiedene römische Brettspiele und Frisurenflechten.

In die Rüstung darf man bei den Gastgebern schlüpfen und somit am eigenen Leib feststellen, wie sich ein Legionär in voller Montur fühlt. Unter fachlicher Anleitung messen sich Besucher im Bogenschießen und Speerwerfen auf Scheiben. Für kleine Schützen steht ein Minikatapult bereit, mit dem man Kugeln ins Ziel befördert. Filz in Handarbeit herstellen, das führt Bärbel Schönfeld vom Beuroner Filz in allen Arbeitsschritten vor. Papierhelme basteln und bemalen, Ledertäschchen und -gürtel anfertigen, das dürfen Kinder am Stand der Stadt Mengen. Für den Besuch und die Veranstaltungen im Heuneburgmuseum und des Freilichtmuseums in Hundersingen werben Anja Brauner und Christa Breetz zusammen am selben Stand. Geschicklichkeitsspiele wie „Hui-Maschinen“, Ratschen und Eisenscheren bietet Werner Strauß am Stand der Bachritterburg Kanzach. Er führt auch ein mittelalterliches Feuerzeug vor.

An beiden Tagen durften sich die Besucher an gut durchdachtem Programm erfreuen. Einmarsch der Römergruppe Ennetach und Vorstellung der einzelnen Gruppen durch Museumsleiterin Judith Seifert eröffneten die Veranstaltung am Samstagnachmittag. Zur Unterhaltung am Abend spielte die Rentnerband und nach Einbruch der Dunkelheit lud Seifert zu einem Fackelmarsch auf den Ennetacher Berg ein. Dort stand früher ein römisches Kastell, dessen Geschichte und die der römischen Besatzung Seifert den Besuchern detailliert nahe brachte. Streifzüge durch das Lagerleben und Informationen an den Ständen belebten das Geschehen am Sonntag bis zum frühen Nachmittag. Dann präsentierten sich die einzelnen Gruppen nach kurzer Vorstellung durch Judith Seifert selbst. Mit dem kapitolinischen Gänsetreiben ging das Römerfest zu Ende.

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