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Friedrichshafen Großes Frühlingsfest im Club International

Im Club International feierten alte und neue Häfler beim großen Frühlingsfest gemeinsam.

Dieser gelungene Nachmittag war mal wieder ein tolles Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn viele an einem Strang ziehen. Dieser Meinung ist sicher nicht nur Bürgermeister Andreas Köster. Das erste Frühlingsfest im "Club International P35", das von zahlreichen Hilfsorganisationen und Gruppierungen unter dem Motto "Gemeinschaft leben – Vielfalt feiern" organisiert wurde, hatte am Samstag nicht nur mit dem Wetter Glück, sondern war für alle Beteiligten ein echter Erfolg.

Rund um die Paulinenstraße 35 gab es heimische oder internationale Leckereien zu verköstigen, der Tee aus dem Samowar oder die frisch zubereiteten Smoothies schmeckten prima. Einen Rundgang durch das Caritas-Fairkaufhaus oder den Flohmarkt ließen sich viele Besucher nicht entgehen und die Band heizte dem Publikum ordentlich ein. Die Kinder hatten auf der Hüpfburg und bei anderen Programmpunkten ihren Spaß. Nicht zuletzt freute sich der syrische Künstler Samer Amin, in den immer noch im Umbau befindlichen Räumlichkeiten des P35 seine Bilderausstellung eröffnen zu können. In erster Linie aber zählten auch das Gespräch und der Kontakt zwischen alteingesessenen und neuen Häflern, zwischen den Generationen, zwischen Studenten, Migranten und Flüchtlingen.

Bunt gemischt war das Festpublikum, auch viele Gemeinderäte und andere Entscheidungsträger waren gekommen. "Wir nutzen hier auch die Chance, dass uns die Leute kennenlernen, und dass Probleme vor Ort an uns herangetragen werden", sagt etwa Freddy Pfleiderer vom erst vor wenigen Monaten gegründeten Bürgerforum FN-Ost. Ähnlich auch die Sichtweise von Hassan Ennadifi am Stand des "Muslimischen Helferkreises". "Uns geht es darum, zu zeigen, dass wir für die Flüchtlinge da sind. Wir können vielfach helfen – sei es beim Arztbesuch, mit Dolmetscherdiensten oder bei anderen Problemen", sagt er. Eigens aus Stuttgart angereist ist Silvia Takacs von der Bereichsleitung des "Verein für Internationale Jugendarbeit" (VIJ), der das Projekt "Club International Friedrichshafen P35", das vor gut einem halben Jahr gestartet ist und aus Mitteln des Bundes gefördert wird, trägt. "Jetzt bekommt der Platz ein Gesicht", so ihr mehr als zufriedenes Fazit. Gute Stimmung allerorten – auch bei Nula Ondal aus Eritrea und ihrer achtjährigen Tochter Kidan. "Ich wohne mit meiner Familie in der Ailinger Straße. Aber ich bin gerne gekommen, als ich gehört habe, dass hier ein Fest gefeiert wird", sagt sie gut gelaunt.

"Es ist wirklich bemerkenswert, was Hauptamtliche, Ehrenamtliche und bürgerschaftlich Engagierte hier auf die Beine gestellt haben", lobt Andreas Köster die gute Vernetzung und Zusammenarbeit. Dass im Fairkaufhaus zwei neue Stellen ausgeschrieben sind, das freut ihn ganz besonders. Warum? "Wir wollen versuchen, diese Stellen mit Flüchtlingen zu besetzen", sagt der Häfler Bürgermeister. Auch ein Erfolg eines gut funktionierenden Netzwerks und ein Erfolg des ersten Frühlingsfestes im Club International P35.

Club International Friedrichshafen P35

Das Projekt "Club International Friedrichshafen P35" in der Paulinenstraße 35, das vor einem halben Jahr offiziell startete, ist auf drei Jahre ausgelegt und wird über den diakonischen Spitzenverband mit rund 150 000 Euro aus Mitteln des Bundes gefördert. Träger des neuen Integrationsprojekts ist der Verein für Internationale Jugendarbeit (VIJ), der auch die Bahnhofsmission Friedrichshafen trägt. "Wir richten uns in erster Linie an junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren", sagt Sozialarbeiter Thomas Köhler, bei dem die Projektfäden zusammenlaufen. "Wir sind allerdings kein Jugendtreff und haben keinen pädagogischen Erziehungsauftrag", stellt er klar. "Das Engagement ist projektbezogen. Im P35 soll eine Plattform und ein Ort geschaffen werden, an dem Begegnungen stattfinden können, die es sonst so nicht geben würde. Natürlich auch ein Raum, wo man über Konflikte und Konfessionen spricht." (ght)

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