Mein

Tipps und Trends Tiere im Versuchslabor

11.03.2010
Artikel drucken


1. Wie viele Tiere sterben jedes Jahr im Tierversuch? Etwa 2,7 Millionen Tiere – Tendenz steigend. Meist sind es Ratten und Mäuse, oft in der transgenen Forschung. Sie wurden genetisch manipuliert, um an ihnen die Funktion einzelner Gene zu untersuchen. Oft kommen sie mit Krankheiten oder missgebildet zur Welt, erklärt die Freiburger Biologin Silke Bitz von den „Ärzten gegen Tierversuche“. Der „Ausschuss“, also die Tiere, die nicht die gewünschten Merkmale zeigen, landen im Abfall. Mäuse und Ratten sind billig, vermehren sich rasch – und ihr Leid interessiert kaum jemanden. Hunde, Katzen und Affen sind komplizierter, weil teurer und schwieriger zu halten.

2.  Worum geht es bei der Forschung?

Nur zum Teil um Medikamente, oft aber auch um Ausbildung während des Studiums oder um Giftigkeitsprüfungen.Viele Tierversuche sind zur Zulassung von Medikamenten auf dem internationalen Markt gesetzlich vorgeschrieben. Bis der Gesetzgeber neue Alternativmethoden akzeptiert, dauert es oft lange. So wurde erst vor kurzem eine Alternative zum umstrittenen Mäusetest bei Miesmuscheln eingeführt. Bislang musste jede Charge Miesmuscheln, die zum Verzehr bestimmt sind, an Mäusen getestet werden, weil die Muscheln gelegentlich giftig sein können. Künftig wird die Giftigkeit mit einem Zelltest geprüft.

3.  Was kann ich selbst tun?

Essen Sie weniger Fleisch – und wenn, dann aus artgerechter oder biologischer Tierhaltung. Eine Ernährung mit weniger Fleisch verringert das Risiko vieler Krankheiten und damit den eigenen Bedarf an Medikamenten – von Krebs über Diabetes bis zum Herzinfarkt. Reine Tierversuche für Kosmetika sind inzwischen in der EU verboten. Aber viele Grundstoffe für Cremes, Lidschatten und Lippenstift kommen aus der Chemie und werden deshalb weiter getestet, wenn sie neu auf den Markt kommen. Wer das nicht unterstützen will, kann auf Naturkosmetik zurückgreifen, die bewährte und längst getestete Inhaltsstoffe verwendet. Es gibt verschiedene Siegel, etwa das Siegel BDIH oder das „NaTrue“-Label. Verzichten Sie auf Faltenunterspritzungen mit Botox. Jede Charge des Giftes wird vorab im so genannten LD-50-Test an Mäusen geprüft. Die Tiere sterben dafür unter Qualen, so der Tierschutzbund.

Beate Schierle

Tipps und Trends
Der Mensch ist keine Maus! - Tierversuche -...
Das beliebteste Versuchstier hat ein Gewicht von 20-30 g, sein Herz hat die Länge von 0,8 cm, ...
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung