Tipps und Trends Grausame Jagd – seit Urzeiten
24.06.2010
Für den Meeresbiologen Ralf Sonntag ist das „eine gute Sache für die Wale“: „Jetzt muss es allerdings in einem transparenten Prozess weitergehen – mit der Öffentlichkeit.“
2 Sterben die Wale nicht sowieso aus, durch Umwelteinflüsse etwa?
„Sie haben sehr viele Probleme“, sagt Sonntag: Lärm durch Schiffsverkehr, Verschmutzung der Meere, Überfischung, Geisternetze. „Deshalb ist es überflüssig wie ein Kropf, dass auch noch Walfang betrieben wird. Dafür gibt es keinen Grund.“ Die Kühlhäuser in Japan, Norwegen und Island sind zudem bereits voll mit tonnenweise unverkäuflichem Walfleisch.
3 Warum werden trotzdem weiter Wale getötet?
Das hat in der Menschheitsgeschichte leider traurige Tradition. Wale wurden, wie Jahrtausende alte Felszeichnungen zeigen, schon zu Urzeiten gejagt. Waltran lieferte Öle für Lampen und man konnte ihn zur Reinigung von Wollkleidung verwenden. Das „Fischbein“, die Barten der Bartenwale, diente zudem als elastisches Material für Korsettstäbe, zur Herstellung von Schirmen oder Reifröcken. Walöl war Schmierstoff. Die erlegten Tiere wurden an den Strand geschleppt, wo das Fett zu Tran verkocht wurde – ein Wal erbrachte bis zu 12 000 Liter Tran; den Rest der Tiere ließ man verrotten. Der Pottwal wurde bejagt, weil das in seinem Kopf enthaltene Walrat ohne Verkochen genutzt werden konnte und ein hochwertiger, einträglicher Kerzenbrennstoff war. Walöl wurde zum wichtigen Grundstoff der neu erfundenen Margarine und es wurde gebraucht, um den Sprengstoff Nitroglycerin herzustellen.
4 Wie gehen die Jäger vor?
Walfang ist grausam. Sie wird mit Explosiv-Harpunen durchgeführt. Ein Sprengkörper wird in den Körper geschossen und zerreißt den Wal innerlich. Nur weniger als die Hälfte der Wale stirbt sofort, da genaues Zielen von den Schiffen auf hoher See nicht möglich ist. Der Todeskampf kann sich so über eine Stunde hinziehen. Dabei sind Wale Säugetiere und haben ein hoch entwickeltes Nervensystem, ähnlich dem des Menschen. (nar)
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