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Tipps und Trends Ein Stück Hoffnung

20.11.2009
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Schmerzen bei der monatlichen Regelblutung kennen viele Frauen. Manchmal verbirgt sich dahinter noch mehr. Die sogenannte Endometriose kann vielfältige Beschwerden verursachen. Viele Betroffene haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

Petra Meier-Winter (*) hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Sie und ihr Mann wünschten sich schon seit Jahren ein Kind. Doch ihr Wunsch blieb unerfüllt. Beim Frauenarzt wurde die damals 36-Jährige auf PCOS behandelt. Das ist eine Hormonstörung, bei der im Körper einer Frau zu viele männliche Hormone kreisen.

Doch die Behandlung brachte keinen Erfolg. Das Paar war bedrückt: „Wenn es bis zu meinem 40. Geburtstag nicht auf natürlichem Weg klappt, müssen wir über eine künstliche Befruchtung nachdenken“, waren sich Petra Meier-Winter und ihr Mann Michael (*) einig.

Da las das Paar in unserer Zeitung einen Artikel über Endometriose (siehe Infokasten rechts). Sie ließ sich darauf untersuchen – und tatsächlich fanden sich bei ihr am Eierstock zahlreiche Zysten. In einer aufwändigen Operation wurden diese Zysten entfernt. Heute ist sie Mutter eines gesunden Sohnes – und glücklich darüber, durch den Zeitungsartikel auf ihre Krankheit aufmerksam gemacht worden zu sein.

Wie im Fall von Petra Meier-Winter wird die Krankheit oft erst spät erkannt. „Viele Ärzte nehmen das nicht so richtig ernst“, sagt Melanie Schwitkowski von der Selbsthilfegruppe Konstanz. Oft hörten die Patientinnen dann Sätze wie: „Die Menstruation tut halt weh“ oder „Stellen Sie sich nicht so an.“ Das ist aber bei Endometriose genau die falsche Antwort, denn der Leidensdruck der Frauen ist sehr groß. „Ungewollte Kinderlosigkeit ist nur eine von vielen möglichen Folgen“, sagt Rosi Batzler vom Landesnetzwerk Endometriose. So sind auch Schmerzen bei der Blasen- oder Darmentleerung nicht selten, weil durch die Schleimhautanlagerungen die Organfunktion eingeschränkt wird.

Was so gut wie alle betroffenen Frauen kennen, sind die starken, stechenden Schmerzen. „Die sind dann eben auch chronisch fortschreitend“, erklärt Rosi Batzler. Viele Patientinnen hätten lange Arztgeschichten hinter sich, bis ihre Krankheit endlich entdeckt wird. Oft seien es sogar die Frauen, die ihre Ärzte darauf ansprächen und forderten, den Verdacht auf Endometriose auszuräumen. Das lässt sich zuerst in einer harmlosen Ultraschall-Untersuchung klären. Dabei sind die sogenannten „Schokoladenzysten“ sichtbar. Genauer auf den Grund geht man dann der Sache bei einer Bauchspiegelung, bei der die Zysten am besten auch gleich entfernt werden, um die Beschwerden zu lindern.

„Wichtig ist eine frühe Diagnose“, betont Rosi Batzler weiter. Je früher man die Krankheit erkenne, desto besser sei sie behandelbar. Neben der Operation gibt es auch hormonelle Behandlungsmöglichkeiten. Am besten wenden sich Frauen an darauf spezialisierte Zentren und -Sprechstunden, rät Rosi Batzler. Eines müsse man betroffenen Frauen freilich sagen: „Ganz weg geht eine Endometriose meist nicht. Ziel muss es sein, eine bessere Lebensqualität zu erreichen.“

Bei Petra Meier-Winter wurde all das durch die Lektüre eines einzigen Zeitungsartikels angestoßen. Und als sie von ihrer Geschichte erzählt, kräht ihr Kleiner im Hintergrund.

* Die Namen der Familie wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert.

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