1 Was genau ist Analog-Käse?
Das griechische Wort „analog“ bedeutet „vergleichbar mit“ oder „ähnlich wie“. Mit echtem Käse hat Analog-Käse nichts zu tun. Es wird hergestellt aus Eiweiß, das bei der Milcherzeugung übrig bleibt, sowie Aromastoffen, Pflanzenfetten und Verdickungsmitteln. Analog-Käse sieht aus wie Käse, ist aber keiner – und darf auch nicht so bezeichnet werden. Das Imitat ist schon weit verbreitet. 100 000 Tonnen davon werden jährlich in Deutschland hergestellt. Sein großer Vorteil: Er ist billig. Das Imitat kostet nur etwa ein Drittel von normalem Käse.
2 Wo ist der Analog-Käse drin?
„Pizza ist das Typische“, berichtet die Ernährungsfachfrau Christiane Manthey von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Aber auch in Fertiggerichten, Cheeseburgern, Pizzabrötchen oder mit Käse überbackenen Gerichten kann der „Analog-Käse“ enthalten sein.
3 Wie finde ich heraus, wo das Imitat drin ist?
Wenn Sie selbst einkaufen, achten Sie auf die Deklaration der Produkte. Echter Käse besteht aus Milch, Lab und nicht viel anderem. Wenn da aber von Pflanzenfetten, Aromastoffen oder Geschmacksverstärkern die Rede ist, wissen Sie Bescheid. Ein solches Produkt darf auch nicht Käse heißt, sondern heißt dann etwa „Pizzabelag“. Manche Menschen stellen auch geschmackliche Unterschiede fest. Viele empfinden den Kunst-Käse als fade.
4 Wie ist es mit offener Ware?
Auch bei denen müsste der Kunst-Käse deklariert werden – es halten sich nur nicht alle daran. „Die offene Ware ist das Problem“, erklärt auch Christiane Manthey. Die Hersteller deklarierten ihre Produkte zwar korrekt. Doch wenn das Käse-Imitat dann im Restaurant auf der Pizza oder im Salat oder beim Bäcker auf dem Brötchen landet, verliere sich diese Deklaration häufig.
5 Und im Restaurant?
Viele End-Anbieter – egal ob Restaurant, Bäcker oder Imbissbude – deklarieren den Stoff nicht korrekt. Das ist ein Verstoß gegen die Lebensmittelkennzeichnung. Das chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart beanstandete 2007 rund 20 Prozent seiner Proben wegen entsprechender Deklarationsmängel. „Daran hat sich auch nichts geändert“, berichtet Amtsleiterin Maria Roth. Ihr Fazit: „Das ist Verbrauchertäuschung“ – auch wenn nicht alle Restaurantbetreiber mit Absicht handelten. Aber: „Die Versuchung ist groß, weil man damit sparen kann.“
6 Ist der Kunst-Käse schädlich?
Das weiß man noch nicht so genau. Eklig ist das Imitat jedenfalls nicht: „Für Leute, die nicht so viel Geld für Lebensmittel ausgeben können, ist das schon OK“, sagt Maria Roth. Nur sollte der Verbraucher eben die Wahl haben, findet sie. Freilich gibt es auch skeptische Stimmen. Nicole Battenfeld von der Techniker-Krankenkasse etwa sieht besonders die enthaltenen Geschmacksverstärker, Aromen und mögliche Transfette kritisch. Diese Fette können immer enthalten sein, wenn Pflanzenöle gehärtet werden. Sie sind tatsächlich schädlich. Sie können zum Beispiel das Cholesterin im Blut ungünstig beeinflussen und erhöhen so das Herzinfarkt-Risiko.
Ob sie in einem Kunst-Käse enthalten sind, weiß man als Verbraucher nicht. Allerdings: Auch in Milch oder Käse sind die Fette enthalten.
7 Was ist mit dem Käse von der Käsetheke oder mit dem Käse vom Markt?
Der dürfte wirklich noch von der Kuh kommen. Vorsichtig sollten Sie bei Fertiggerichten sein. Auch beim Kauf von Reibkäse oder Pizzakäse sollte man genauer hinschauen.
8 Gibt es auch Vorteile?
Für Vegetarier oder Menschen, die Milch aus Tierschutzgründen ablehnen, kann der Kunst-Käse eine Alternative sein. Auch für Menschen, die keine Lactose (Milchzucker) vertragen, könnte das Produkt interessant sein.
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