Gesundheit02.09.2010
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Weniger Druck [0]
Patienten mit Diabetes mellitus können aufwändige, langwierige Behandlungen ihrer Füße vermeiden, wenn sie diesen frühzeitig die notwendige Beachtung schenken. Orthopäde Dr.
Norbert Koenen und Orthopädie-Schuhtechnikermeister Manfred Semmlin aus Bad Waldsee erklären, wie Diabetiker Fußprobleme vermeiden können. Nerven- und Gefäßschädigungen, Veränderungen des Fußskeletts sowie in der Folge Fehlstellungen und Fehlbelastungen führen bei Diabetes-mellitus-Patienten sehr häufig zu Gewebeschäden, Hautläsionen, Schmerzen bis hin zu Amputationen. Den Betroffenen ist daher dringend zu raten, die Zuckerkrankheit optimal zu diagnostizieren und entsprechend einstellen zu lassen. Außerdem ist eine sachgemäße Fußpflege wichtig, um frühzeitig Druckstellen zu erkennen. Sonst drohen Infektionen, die die genannten schwer wiegenden Komplikationen bis hin zu Amputationen nach sich ziehen können. Der so genannte „diabetische Fuß“ resultiert oft daher, dass Patienten ihre Medikamente unregelmäßig einnehmen, die erforderliche Diät nicht einhalten oder dass Druckstellen am Fuß beim Tragen von Schuhen nicht frühzeitig beachtet werden. Eine wichtige Hilfe bietet in diesem Zusammenhang eine dynamische Druckmessung beim Stehen, Gehen und Laufen. Die Druckmessung ist die einzige Untersuchungstechnik, die es erlaubt, Druck am Fuß während des Gehens zu quantifizieren und zuverlässig druckgeschwürgefährdete Stellen am Fuß zu erkennen. Übersteigen die ermittelten Werte die Normgrenzen, sollte der Betreffende eine orthopädische Diabetesfußbettung und passende Schuhe erhalten, um den Druck am Fuß zu minimieren bzw. den Fuß zu entlasten. Frühzeitig einschreitenDiabetiker, die unter einer nervenbedingten Störung des Temperatur- und Schmerzempfindens an den Füßen leiden, sollten einmal jährlich eine dynamische Druckmessung vornehmen lassen, um eine geschwürgefährdete Stelle frühzeitig zu erkennen. Der Gefühlsverlust führt zu einer motorischen Störung, die sich in einer Schwäche und Rückbildung der kleinen Fußmuskulatur zeigt. Dadurch kommt es zu Fußveränderungen mit Fehlstellungen. Den Betroffenen ist daher zu raten, nicht erst den Facharzt aufzusuchen, wenn bereits eine Schädigung vorliegt.BewegungsanalyseVom Ergebnis einer umfangreichen dreidimensionalen Bewegungsanalyse, bei dem nicht nur die Füße, sondern der gesamte Bewegungsapparat beobachtet werden, sowie einer synchron durchgeführten dynamischen Innensohlen-Druckmessung ist es abhängig, welcher therapeutische Weg eingeschlagen wird. Die medizinische Bewegungsanalyse ermöglicht es darüber hinaus, die Wirkung einer orthopädietechnischen Versorgung mit Einlagen, Maßfußbettung und Schuhzurichtung zu objektivieren und zu optimieren. Untersuchungen belegen, dass nur eine Kombination von Maßfußbettung und Schuhzurichtung den gewünschten Erfolg bringt. Fußschäden durch falsches Schuhwerk und nicht passende Maßfußbettungen in den Schuhen sind gefährlich und müssen nicht sein.Richtige SchuheDiabetiker – insbesondere die, die unter Gefühlsverlust in den Füßen leiden – benötigen somit dringlich eine adäquate Schuhversorgung, um Spätfolgen wie Fußdeformitäten und Amputationen zu vermeiden. Die Schuhe sollten möglichst den gesamten Fuß schützen sowie der Fußform entsprechend ausgesucht und angepasst sein. Bei Bedarf können spezielle Therapieschuhe oder orthopädische Maßschuhe erforderlich sein. Wichtig ist, genügend Raum im Vorfußbereich zu haben.Da bei vielen Patienten im Laufe des Tages ein deutliches Anschwellen der Füße eintritt, muss der Verschluss der Schuhe variabel sein – am besten mit einem individuell verstellbaren Schnür- oder Klettverschluss. Ferner sollten diese Schuhe keine harten Kappen und unnötige Nähte oder Verzierungen im Vorfußbereich haben. Die Maßfußbettung muss ganzsohlig sein, um einen überhöhten Druck an den gefährdeten Stellen am Fuß zu verhindern. Selbstverständlich muss die Funktion dieser Hilfsmittel regelmäßig kontrolliert werden, da sich der diabetische Fuß stetig verändert. Routine- und regelmäßige Nachkontrollen der orthopädie-schuhtechnischen Versorgung und der Füße sind daher dringend jedem Diabetiker zu empfehlen. Institut für Gesundheit und Prävention, Schloßhof 2 88339 Bad Waldsee T 07524/ 913039 willkommen@bewegungsana- lysezentrum.de
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