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Gesundheit Sichtbare Gefühle

05.01.2012


Mit der Diagnose Krebs fallen viele scheinbar ins Bodenlose. „Plötzlich erlebt man alles extrem fremdgesteuert: Im Krankenhaus werden Dinge von Ärzten oder aus der Situation heraus entschieden“, so beschreibt Jörg Rinninsland die Situation von Krebspatienten.

Um dieses scheinbare Ausgeliefertsein zu durchbrechen, bietet er gemeinsam mit Sara Mory eine Kunsttherapie für Patienten mit und nach Krebs an. „Der Patient kann selbst handeln, gestalten und somit verändern“, so Rinninsland. „Und von diesem Moment an beschäftigen sie sich auch nicht mehr ausschließlich mit der Krankheit“, erklärt Mory die therapeutische Wirkung.

Seit gut einem halben Jahr bieten der Sonderschullehrer und Kunsttherapeut Jörg Rinninsland und die Diplomkunsttherapeutin und freischaffende Künstlerin Sara Mory in Zusammenarbeit mit dem Krebszentrum Hegau-Bodensee das begleitete Malen für Tumorpatienten an. Die Kunsttherapie ist eingebettet in ein dreigliedriges Konzept: Am Anfang steht das Malen noch in der Klinik. Sara Mory geht, ausgestattet mit Stiften, Kreiden, Aquarell- und Acrylfarben oder Ton, zu den Patienten ins Zimmer. Dabei geht es nicht um das Erstellen eines Kunstwerks, sondern um einen Ausdruck dessen, was einen in dieser Zeit beschäftigt – den Gemütszustand.

Anleitung beim Malen

Nach dem Klinikaufenthalt schließt sich das begleitete Malen im Malort, einem Glashaus beim Friedhof Singen, an. Dieser Teil des Projekts wird von Jörg Rinninsland begleitet. „Die entstehenden Bilder werden dabei weder gewertet, noch interpretiert oder künstlerisch beurteilt. Und wenn jemandem, aufgrund seiner seelischen Verfassung ein schwarzes Bild wichtig ist, wird das akzeptiert“, so der Kunsttherapeut. Das dritte Angebot – die Teilnahme an Kunstprojekten – bietet schließlich die Möglichkeit, das neue Leben mit oder nach der Erkrankung weiter zu begleiten.

Große Verunsicherung

Zusätzlich gibt es noch das Angebot „Kunst gegen Steine auf dem Herzen“. Dieses richtet sich an angehörige Kinder und Jugendliche, denn diese erleben häufig eine Zeit großer Verunsicherung und Belastung. Dazu stehen ebenfalls viele Materialien zum Malen, Zeichnen oder Modellieren zur Verfügung, Sara Mory begleitet und berät dabei. Ermöglicht wurde die Kunsttherapie durch die Unterstützung des Krankenhausfördervereins. Die Finanzierung ist für ein Jahr gesichert. /Carmen Biehler

Sara Mory,

T 07533/9330-010,

Jörg Rinninsland,

T 07731/53012,

www.hbh-kliniken.de

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