Mein

Teil 6: Die Festplatte - "Rotierendes Langzeitgedächtnis"

12.10.2007
Artikel drucken
Schlagwörter


Nicht größer als ein Taschenbuch, dafür aber Platz für Millionen von Seiten, Zeichen und Daten. Ohne Festplatte wäre nicht nur das Speichern von persönlichen Daten ein großes Problem, mehr noch: Auch ein Betriebssystem, durch das der Computer erst nutzbar wird, sowie sämtliche Programme oder Spiele könnten nicht gestartet werden – Festplatten gehören somit zu den wichtigsten Speichermedien für Daten in einem Computer.

Festplatten (englisch "Hard Disc") bestehen aus mehreren übereinander angeordneten Scheiben, die mit einer Schicht aus Eisenoxid überzogen sind. Im Vergleich zu Vinylplatten oder CD’s sind diese Scheiben in der Tat "fest" und nicht etwa biegbar.

Befestigt sind die Scheiben an einer Spindel, die von einem Präzisionsmotor angetrieben wird. Aktuelle Festplatten für den Privatgebrauch rotieren mit 5400 oder 7200 Umdrehungen pro Minute, seltener zu finden sind Exemplare mit 10000 Umdrehungen. Je schneller die Platten rotieren, desto größer auch die Datenmenge, die verarbeitet werden kann.

Für jede der heute in der Regel 16 pro Festplatte verbauten Scheiben wird ein Lesekopf benötigt, der in Sekundenbruchteilen zu den angeforderten Positionen "fahren" kann, um dort Daten zu lesen oder zu schreiben. Jede Scheibe ist dabei in Zylinder und Sektoren unterteilt, wobei die Zylinder den im Mirkometerabstand nebeneinander angeordneten "Datenkreisen" (vergleichbar mit einer Langspielplatte), die Sektoren einem bestimmten Abschnitten auf diesen Kreisen entsprechen.

Die Motoren der Festplatten müssen zuverlässig arbeiten und dürfen nicht ausfallen, da die Leseköpfe auf einem Luftkissen – das gerade einmal so groß ist, wie ein Staubkorn! – sehr dicht über den Platten "schweben". Fällt die Drehgeschwindigkeit ab, fallen die Leseköpfe auf die sensiblen Datenplatten und zerstören diese. Die Scheiben sind daher in luftdicht verschlossenen Gehäusen untergebracht.

Betrieben werden die Festplatten zumeist über den IDE-Anschluss (Integrated Drive Electronics, "integrierte Laufwerks-Elektronik") des Mainboards. Inzwischen seltener – in PCs aus den Werbeprospekten überhaupt nicht – genutzt werden Platten für den SCSI-Anschluss (Small Computer Systems Interface).

Der größte Unterschied liegt heute beim Preis: SCSI-Festplatten sind bei gleicher Größe und Geschwindigkeit etwa doppelt so teuer, wie IDE-Festplatten.

Noch vor wenigen Jahren übertraf die Leistung der SCSI-Geräte die der IDE-Varianten um Längen, da der Anschluss zum einen schon immer für eine schnellstmögliche Geschwindigkeit ausgelegt war. Zum anderen können an einer SCSI-Karte, die einen Steckplatz auf dem Mainboard belegt, bis zu 15 Geräte wie Scanner oder ZIP-Laufwerke gleichzeitig betrieben werden.

Die IDE-Konkurrenz dagegen ist nur für den Betrieb von Festplatten, Bandlaufwerken sowie CD-ROM oder CD-Brenner ausgelegt. Auch können standardmäßig nur vier Geräte betrieben werden – was in der Regel jedoch ausreichend ist.

Beim Neukauf einer Festplatte lohnt es sich gerade für Heimanwender, die billigeren und heute extrem leistungsstarken IDE-Geräte den SCSI-Festplatten vorzuziehen. Ebenfalls sind Platten mit 7200 Umdrehungen stark im Preis gesunken und – obgleich häufig vermutet – wegen der höheren Rotationsgeschwindigkeit nicht lauter, dafür aber schneller als Geräte mit 5400 Umdrehungen.

Auch auf die Zugriffszeiten der Leseköpfe sollte ein Auge geworfen werden: Je kürzer die Zugriffszeit, desto schneller können die Leseköpfe zu den gewünschten Daten finden. (ste)

PC-Kauf-Serie
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung