Teil 4: Der Arbeitsspeicher - "Extremes Datenzwischenlager"
Bild: Kingston
Der RAM, der direkt auf dem Mainboard platziert wird, ist quasi das Kurzzeitgedächtnis des Computers. Hier werden alle Daten gespeichert, die der Computer zum Arbeiten benötigt – das ist beispielsweise der Kern des Betriebssystems, Treiber für angeschlossene Geräte, Programme, Bilder oder Texte. Allerdings ist RAM "flüchtig", das heißt, sobald der Computer ausgeschaltet wird, gehen alle im Arbeitsspeicher gelagerten Daten verloren, was nicht weiter schlimm ist, schließlich werden wichtige Daten auf der Festplatte permanent gespeichert.
Die Übersetzung von RAM ("Random Access Memory") ist zunächst etwas verwirrend: "Speicher mit wahlfreiem Zugriff". Dies bedeutet aber nicht etwa, dass Daten völlig ziellos abgelegt werden, sondern soll verdeutlichen, dass Daten zu jeder Zeit und von jeder Position im Speichermodul gleich schnell gelesen und geschrieben werden können. Bei Festplatten oder CD-Laufwerken muss bekanntlich der Lesearm oder Laser erst an die gewünschte Stelle gefahren werden, bevor ein Zugriff erfolgen kann.
Die Speichermodule sind alle nach demselben Prinzip gebaut: Millionen von Zellen – die alle aus einem Transistor und Kondensator bestehen und die Werte "ein" (1) und "aus" (0) annehmen können – sind in Zeilen, Spalten, Seiten, Blöcken und Bänken auf dem Chip verbaut. Der RAM ist quasi ein großes Regal mit unzähligen Schubladen, in dem ankommende Daten in Bruchteilen von Sekunden gruppiert, gelagert, verschoben und abgeholt werden können. Und da RAM mit über zwei Gigabyte Datendurchsatz pro Sekunde schneller arbeitet, als jede Festplatte, ist ein großzügig bemessener Arbeitsspeicher immer von Vorteil: Somit müssen weniger Daten auf die Festplatte ausgelagert werden, was die Systemleistung beschleunigt.
Es gab und gibt verschiedene Arten von RAM: Bis in die 90er Jahre wurde hauptsächlich der DRAM ("Dynamic-RAM") verbaut. Ihm folgten FPM- (Fast Page Module, "Schnelles Seiten Modul") und EDO-RAM (Enhanced Data Output, "Verbesserter Datendurchsatz").
Mit der Einführung des verbesserten und viel schnelleren SD-RAM (Synchronous Data, "Synchrondatenübertragung") wurden die Vorgängermodule rasch vom Markt verdrängt.
SD-RAM wird mit dem Systemtakt (meist 133 MHz) synchronisiert, weshalb es kaum "Wartezeiten" gibt, bis der Speicher angesprochen wird – Mainboard, Prozessor und Speicher kommunizieren auf der gleichen "Wellenlänge".
Mit der raschen Leistungssteigerung der Prozessoren wurde von AMD und Chiphersteller Via der heute als Standard bezeichnete DDRAM oder DDR-SDRAM eingeführt. "DD(R)" steht hier für "Double Data (Rate)" – es können also doppelt so viele Daten in der gleichen Zeit verarbeitet werden, als bei gewöhnlichem SD-RAM.
Die Bauform der Speichermodule wird hierbei als DIMM (Dual Inline Memory Module, "zweireihiges Speichermodul") bezeichnet.
Intels teureres, aber derzeit kaum schnelleres Gegenstück ist der RAMBUS, auch als RDRAM (Rambus Dynamic RAM) in der Bauform RIMM (Rambus Inline Memory Module) bezeichnet.
Neben der Megabyte-Größe der RAM-Bausteine wird inzwischen auch die unterstützte Systemtaktrate, die die Kommunikationsgeschwindigkeit zwischen Prozessor und anderen Komponenten bestimmt (auch als Front Side Bus bezeichnet) angegeben: So gibt es SDRAM PC133 (für 133 MHz, nur noch für ältere Systeme), DDRAM PC266 (auch PC2100, für 266 MHz), DDRAM PC333 (auch PC2700, für 333MHz) und inzwischen sogar DDRAM PC400 für Systemraten bis zu 400 MHz.
Diese Angaben sind nicht unnütz, sondern sollten beim Kauf beachtet werden: Je schneller der unterstützte Systemtakt, desto besser die Leistung – aber Achtung: Welcher RAM verwendet werden kann und mit welchem Takt das gesamte System arbeitet, hängt vom Mainboard ab! Vor einem Neukauf sollte also immer das Mainboard-Handbuch zur Hand genommen werden, um nicht den falschen oder eventuell billigeren, aber langsameren RAM zu kaufen.
Nette, aber nicht all zu wichtige Dreingabe bei den Bezeichnungen ist die angegebene "Cycle Length". CL 2, CL 2,5 oder CL 3 – die Zahlen stehen hierbei für die Millisekunden, in denen der Speicher angesprochen werden kann (ste)
Wirre Zahlenkombinationen entschlüsselt:
Beispiel: "512 MB DIMM DDRAM PC333 CL2"
Diese Angabe entspricht einem RAM-Baustein der gängigen "DIMM"-Bauform, der über "512 Megabyte" an Speicher verfügt und für PCs mit einem Mainboard geeignet ist, das über "DDRAM"-Anschlüsse verfügt und einen Systemtakt von bis zu "333 MHz" unterstützt. Die Zugriffszeit des Speichers beträgt zwei Millisekunden ("CL2").
