So finden Sie die richtige Digitalkamera
Das kommt davon, wenn die Kamera zu spät auslöst: Das Bildmotiv, völlig entrückt. Bild: Wöhrstein
Features, Slots, Gigabytes, Memorysticks, Bitmap, Charger, Plugin, Zoom und Zips: Wenn Digitalkamera-Hersteller ihre Geräte anpreisen, reden sie von A bis Z englischsprachig - und klopfen obendrein noch ebensolche Marketing-Sprüche. Das macht den Kauf einer Digitalkamera nicht einfacher. Zum vorläufigen Abschluss unserer Serie gibt's deshalb eine Checkliste, auf der steht, worauf es beim Kamerakauf wirklich ankommt.
Schnelligkeit: Im Einsteigerbereich geht es zunächst um "Schnappschussfotografie", also schnelle, einfache Bilder. Wenn Sie dann auf ein veraltetes Modell stoßen, entdecken Sie aber eher die Langsamkeit. Das geht dann schon beim Einschalten los, also jenen Sekunden, die zwischen dem Druck auf den "On"-Einschaltknopf und der tatsächlichen Aufnahmebereitschaft der Kamera vergehen. Eine Digitalkamera der neueren Generation benötigt zum Hochfahren des Systems 0,7 bis drei Sekunden. Insbesondere, wenn die Ladezeit eines eingebauten Blitzgerätes hinzugerechnet wird, ist die realistische Aufnahmebereitschaft mehr oder weniger lange.
Zum Thema Schnelligkeit gehört die Auslöseverzögerung, also jene Zeit, die zwischen dem vollständigen Drücken des Auslöseknopfes und der Aufnahme vergeht. In dieser Zeitspanne geschieht eine Menge: der Autofokus muss das angepeilte Motiv scharfstellen, die Belichtungsdaten werden gemessen und eingestellt, und zahlreiche weitere Daten werden in einem Minicomputer errechnet. Wenn die Kamera hier auch nur Sekundenbruchteile zu lange braucht, ist das schöne Motiv längst schon aus dem Sucherrahmen verschwunden.
Deshalb haben gute Digitalkameras bei ausgeschaltetem Blitz eine Auslöseverzögerung von unter 0,1 bis höchstens 0,3 Sekunden.
Tipp: Weil auch die Handhabung der Kamera und die eigenen Bedienungsgewohnheiten wichtig sind, empfiehlt es sich, die Auslöseverzögerung vor dem Kauf zu testen.
Auflösung, also Anzahl der Bildpunkte, welche der Bildsensor darstellt. Der Pixelrausch geht bereits in die zweistellige Millionenhöhe. Für den Normalgebrauch reichen nach dem heutigen Standard aber fünf bis acht Megapixel vollkommen aus (siehe Teil zwei unserer Serie).
Eine gute Optik ist deshalb wichtiger. Ein gutes und lichtstarkes Markenobjektiv mit einem mindestens dreifachen optischen Zoom sollte es in jedem Fall sein und ist jedem digitalem Zoom vorzuziehen.
Sucher und Display: Gönnen Sie sich einen großen und vor allem hellen Sucher. Und wenn Sie gar noch einen optischen Sucher an der Kamera haben, ist das "der Fünfer und des Weck": nämlich dann, wenn es draußen hell ist, alles auf dem Monitor spiegelt. Dann genügt ein Blick durch den Sucher und Sie können Ihr Motiv fixieren.
Lieferumfang: Neben den Anschlusskabeln, der Software und einer deutschen Gebrauchsanleitung sollte auch die passende Stromversorgung dabei sein. Dazu gehört der richtige Akku und das passende Ladegerät. Je nach Kameratyp benötigen Sie die passende Speicherkarte, das ist praktisch der "plattgeklopfte Film von früher": Hier können Sie inzwischen für wenig Geld große Speicherkapazität haben. Neben einem Ersatzakku und einem Etui ist noch eine Schutzfolie für den Monitor empfehlenswert, der diesen vor Kratzern schützt. Reiner Wöhrstein
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