„WOW Jetzt kannst du sehen wer sich dein Profil ansieht!“ – Solche Event-Einladungen finden derzeit viele Facebook-Nutzer in ihren Nachrichten. Doch Vorsicht: Es handelt sich um einen Computer-Wurm, der sich über das soziale Netzwerk verbreitet.
Julia (Name der Redaktion bekannt) hat von mehreren Freunden in dem sozialen Netzwerk die Einladung erhalten. Verlockend klang es: Wer würde nicht gerne wissen, wer sich so auf dem eigenen Profil tummelt? „Nach 10 Einladungen war ich neugierig“, sagt die 29-Jährige gegenüber SÜDKURIER Online.
Sie klickte auf den Button, ein Fenster öffnete sich und darin die Anweisung, einen JavaScript-Code zu kopieren und in die Adresszeile einzufügen. Das hat Julia getan – doch nichts ist passiert. Dachte sie.
Profilbesuche werden nicht angezeigt
Kurz danach hat sich die Facebook-Nutzerin über eine Email in ihrem privaten Postfach gewundert. Sie kam von Badoo, einer Flirt- und Dating-Plattform im Internet. Dort wurde ohne Julias Wissen ein Profil angelegt - mit ihrem Vornamen, ihrem angeblichen Wohnort und Fotos von ihrem Facebook-Account.
Innerhalb von zwei Tagen hat die junge Frau 24 Nachrichten von Männern erhalten, die sie treffen wollen. Ihr ungewolltes Profil bei Badoo hat Julia mittlerweile gelöscht. "Einfach war das aber nicht", ärgert sie sich.
Nutzer starten das Programm lokal auf ihrem Computer
Der Facebook-Wurm verbreitet sich, sobald man auf den externen Link klickt und verschickt sich an alle Facebook-Freunde. Gegen solche Würmer kann Facebook wenig tun. Denn der User führt das Programm lokal auf seinem Rechner aus.
Innerhalb von wenigen Tagen sollen fast eine Million deutsche Nutzer auf solche Anfragen reingefallen sein, berichtet der Fachblog "
Metaprime". Wie Facebook auf einer eigenen
Hilfeseite bestätigt, gibt es derzeit keine Anwendung, die es Benutzern gestattet, Profilaufrufe zu verfolgen.
Wie man den Wurm entfernt
Nutzer, die sich den Wurm eingefangen haben, sollten das Schadprogramm umgehend deinstallieren. Das geht in Facebook über "Konto", "Privatsphäre-Einstellungen", "Bearbeite deine Einstellungen für Anwendungen, Spiele und Webseiten", "Anwendungen, die du verwendest", "Einstellungen bearbeiten".
Computer-Experten raten zu einem gesunden Misstrauen. Verdächtige Mitteilungen und Einladungen innerhalb von sozialen Netzwerken sollten ignoriert werden. Wer wissen möchte, was sich hinter einem dubiosen Link verbirgt, sollte sich die Adresse kopieren, sich aus Facebook ausloggen und erst danach den Link aufrufen.
Facebook-Nutzer sind immer wieder Ziel von Würmern und Viren. Zuletzt hatte sich Anfang des Jahres der so genannte Koobface-Wurm über Chat-Nachrichten im sozialen Netzwerk verbreitet und Login-Daten ausgespäht.
So verbreitet sich der Facebook-Wurm