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Happy Birthday! Das Internet wird 40

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Das Internet wird heute 40 Jahre alt. Am 29. Oktober 1969 schickten Wissenschaftler in den USA zwei Buchstaben auf eine 500-Kilometer-Reise – von einem Computer zum anderen. Das technische Experiment war eine Premiere und ein Fehlschlag zugleich.

Heute ist das Internet ein dichtes Geflecht aus weltweit miteinander verbundenen Computern und Netzwerken – hier Netzwerkkabel an einem Server.
AFP

Das Internetzeitalter beginnt mit einem Absturz. Am 29. Oktober 1969 sitzt der Programmierer Charley Kline hinter einem kühlschrankgroßen Rechner an der University of California in Los Angeles und tippt den Buchstaben „L“ in die Tastatur. Dabei telefoniert er mit dem Informatiker Frank Heart im 500 Kilometer entfernten Stanford Research Institute. Auch dieser sitzt hinter einem Monstrum von Computer und starrt gebannt auf den Bildschirm.

„Hast Du das L?“, fragt Kline. „Ja!“, bestätigt Heart. Kline tippt ein „O“. „Hast Du das O?“ „Ja!“ Als nächstes tippt Kline ein „G“. Nichts passiert - der Rechner in Stanford ist abgestürzt. „LO“, so heißt also die erste Internetbotschaft. Verschickt zwischen zwei über eine Telefonleitung verbundenen Computern. Eigentlich hatte Kline die Buchstaben „LOG“ senden wollen, worauf Heart mit „IN“ antworten sollte.

 

Verglichen mit der heutigen Bedeutung des Internets ist diese erste Nachricht dem damaligen University-of-California-Professor Leonard Kleinrock fast schon peinlich. „Wir hatten einfach keine Ahnung, was das für eine folgenschwere Entwicklung war“, erinnert sich Kleinrock.

Keine Presse, kein anderer Wissenschaftler, nicht mal eine Kamera war dabei. Lediglich ein mit Bleistift gekrickelter Logbucheintrag dokumentiert die erfolgreiche Kommunikation zwischen den beiden Computern.

Dass den Internetpionieren die Dimension ihres Schaffens nicht bewusst war, mag auch an der Rolle des Computernetzes liegen, das damals noch „Arpanet“ hieß. Dieses Netz sollte Ende der 60er Jahre vor allem Universitäten und Forschungszentren in den USA miteinander verbinden, damit diese ihre wenigen und teuren Großrechner gegenseitig nutzen konnten.

Wie Leonard Kleinrock und andere Vordenker die Pläne umsetzten, war dabei revolutionär. Anders als beim Telefonieren sollte es keine zentrale Leitstelle, sondern ein Netz mit vielen verteilten Knoten geben. Fällt ein Knotenpunkt aus, läuft die Kommunikation eben über andere Computer.

„Deswegen kann niemand das Internet abschalten und – vielleicht noch wichtiger – die Entwicklung neuer Anwendungen unterbinden“, erklärt Jeanette Hofmann. Das trage maßgeblich zur Innovationsdynamik bei, sagt die Politologin vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Aber auch bei den Daten selbst hatten die Wissenschaftler geniale Einfälle. Um die knappe Bandbreite der Leitungen ideal zu nutzen, zerlegten sie die Nachrichten. „Man schneidet sie in Blöcke einer vorgegebenen Größe und sendet sie über das Netzwerk“, beschreibt Kleinrock das Prinzip. Der Computer, der empfängt, überprüft, ob alles da ist, und setzt die Stücke wieder zusammen. Deshalb ist es heute völlig normal, wenn Bruchstücke einer E-Mail zwischen zwei Menschen in ein- und derselben Stadt einen Umweg etwa über San Francisco machen.

So weit waren die Forscher am 29. Oktober 1969 aber noch lange nicht. „An E-Mail hat keiner gedacht“, sagt der Professor von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Zwei Buchstaben wären da auch ein bisschen wenig.

Leonard Kleinrock bedient den ersten Paketvermittlungsknoten des Internets. Das Gerät ist mit einem modernen DSL-Router vergleichbar.
Archiv/AFP

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Autor: Martin Meuthen und Christof Kerkmann
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