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Spam verpestet die Umwelt

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Der weltweite E-Mail-Müll hat im vergangenen Jahr 33 Milliarden Kilowatt-Stunden Strom verbraucht – so viel wie 2,4 Millionen Haushalte. Fürs Klima ist das so schädlich wie 3,1 Millionen PKW, die 7,5 Milliarden Liter Benzin verbrauchen.

Geschätzte 200 Milliarden E-Mails werden täglich verschickt. „Wir haben es mit einer sehr erfolgreichen Technik zu tun“, stellt der Kulturinformatiker Paul Ferdinand Siegert von der Universität Lüneburg fest. Das Problem: Knapp 80 Prozent der E-Mails sind unerwünscht, also Spam. „Wir haben es also gleichzeitig auch mit einer sehr problematischen Technik zu tun“, so Siegert. Doch die, glaubt Jan Oetjen vom E-Mail-Dienstleister Web.de, „wird auch in den nächsten zehn Jahren das wichtigste Kommunikationsmedium im Internet bleiben“.

Und durchaus auch ein Problem für die Umwelt, wie eine Studie des Öko-Beratungsunternehmens ICF International im Auftrag von Schutzsoftware-Hersteller McAfee zeigt. In dieser wurde untersucht, wie sich die geschätzten im vergangenen Jahr verschickten etwa 62 Billionen Spam-Mails auf die Öko-Bilanz auswirken.

 

Öko-Horror Spam?
Der Spam-Versand kostete der Studie zufolge im vergangenen Jahr 33 Milliarden Kilowattstunden (KWh) Strom – oder 33 Terawatt-Stunden (TWh). ICF schätzt, dass die jährliche Spam-bezogenen Emissionen aller E-Mail-Nutzer zusammen 17 Millionen CO2 ergeben – 0,2 Prozent des gesamten weltweiten Treibgas-Ausstoßes. Würden Müllmails nicht zum großen Teil vorab ausgefiltert, wären es sogar 135 THw mehr. Das entspricht laut der Studie der Stilllegung von 13 Millionen PKW. Am Heim-PC des Empfängers wird mehr als die Hälfte der Energie verbraucht – durch Löschen des E-Mülls und die Suche nach möglicherweise irrtümlich ausgefilterten Schreiben.

Darum so viel Strom: Zwar ist für den Versand von Spam kein physischer Warentransport erforderlich, aber viel Computer-Hardware:

1. Schritt: Die Spammer durchkämmen per Software Webseiten nach E-Mail-Adressen.

2. Schritt: Die Spammer erstellen die Nachricht.

3. Schritt: Die Spams werden über Netzwerke aus gekaperten Heim-PC (so genannte Botnets) oder gemieteten Internet-Rechnern verschickt.

4. Schritt: Es geht über verschiedene Stationen bei Zugangsanbietern und Netzwerk-Dienstleistern zum E-Post-Zentrum, wo die Spams gespeichert und gefiltert werden. Müll-Mails, die durch den Filter rutschen – etwa ein Fünftel – laufen beim Empfänger ein. Dieser braucht im Durchschnitt drei Sekunden, um eine Spam-Nachricht anzuzeigen und zu löschen.

Wussten Sie . . .
Der durchschnittliche Ausstoß von Treibhausgas für eine Spam-E-Mail beträgt laut ICF 0,3 Gramm CO2. Für diese Menge könnte man mit einem Auto eine Strecke von einem Meter zurücklegen. Hochgerechnet auf das gesamte jährliche Spam-Aufkommen käme man mit dem Auto 1,6 Millionen Mal um die Erde. Einer durchschnittlichen seriösen Mail ordnet ICF zwar fast vier Gramm CO2-Ausstoß zu, Spams machen aber mehr als ein Drittel der gesamten Emissionen des elektronischen Briefverkehrs aus.

Der durchschnittliche geschäftliche E-Mail-Nutzer erzeugt der Studie zufolge jedes Jahr 131 Kilogramm CO2.

Klima-Wissenschaftler schätzten den durch den Energiebedarf des Internets verursachten Ausstoß des Klimaschädlings CO2 auf vier Millionen Tonnen. Das entspricht etwa der Emission des weltweiten Flugverkehrs. Ein Großteil des Energieverbrauchs geht zu Lasten der Serverfarmen, also Internet-Betriebsrechner. Dort werden die Informationen der Web-Seiten gespeichert und die Anfragen der Nutzer bearbeitetet.

Eine Suchanfrage bei Google verbraucht so viel Strom wie eine Energiesparlampe in einer Stunde.

Ein Avatar, also das Alter Ego eines Webnutzers in der Internet-Welt Second-Life hat einen Jahresverbrauch von 1752 Kilowattstunden. Übers Jahr produziert die virtuelle Identität so 1,17 Tonnen des Klimaschädlings CO2.

Internet heizt Dorf
Ein Technik-Beratungsunternehmen in Großbritannien will die Abwärme von Datenzentren als Energiequelle für Wohnhäuser in der näheren Umgebung nutzen. In Österreich gab es bereits Pläne, ein öffentliches Schwimmbad durch die Abwärme eines Datenzentrums zu beheizen. Die Nachbarn freilich lehnten das ab.

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Autor: Michael Nardelli
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