Streit mit Facebook
08.02.2012
Der Datenschutz-Streit zwischen dem Online-Netzwerk Facebook und einer österreichischen Kritikergruppe ist noch lange nicht beendet. Zwar zeigten sich beide Seiten nach einem Treffen in Wien vorerst zufrieden. Der Wiener Jurastudent Max Schrems, der Facebook seit einem Jahr zu mehr Datenschutz zwingen will, sagte, das Unternehmen habe bekräftigt, bis Ende März erste Verbesserungen einzuführen. Das Thema sei damit aber noch lange nicht vom Tisch, weil die Liste der Forderungen lang sei. Facebook sprach von einem „konstruktiven Treffen“.
Schrems kündigte an, mit seiner Kritikergruppe Europe-v-Facebook weiterhin bei der Datenschutzbehörde in Irland eine reguläre Entscheidung zu dem Thema zu verlangen. In Irland hat Facebook sein europäisches Hauptquartier und die Datenschutzlage wurde erst kürzlich von der dortigen Behörde überprüft. Dabei gab es zwar Anregungen für Nachbesserungen, jedoch wurden keine Verstöße festgestellt.
Wichtig seien besonders drei Punkte, sagte Schrems: Die Nutzer müssten der Verwendung ihrer Daten aktiv und erkennbar zustimmen. Bisher verstecke Facebook einen winzigen Widerspruchs-Button unten auf einer Seite und argumentiere, wer nicht ausdrücklich widerspreche, stimme zu. Zweitens müsse das Löschen von Einträgen tatsächlich Löschen bedeuten. Derzeit speichere Facebook gelöschte Daten weiterhin. Teilweise werde das mit „technischen Problemen“ begründet, so Schrems. Seine dritte Hauptforderung ist, die Nutzer müssten informiert werden, was mit ihren Daten geschieht. „Das ist das größte Problem, weil wir nicht in die Computer der anderen reinsehen können.“ Da sei die Datenschutzbehörde gefragt, die seiner Ansicht nach jedoch kaum Interesse an einer Auseinandersetzung habe. (dpa)
