Google will alles über Sie wissen
26.01.2012
Google ändert seinen Umgang mit Nutzerdaten und will künftig alle Informationen, die man bei verschiedenen Diensten des Konzerns hinterlässt, gesammelt auswerten. Dies werde den Nutzern Vorteile in Form von relevanteren Suchergebnissen und Werbeanzeigen bringen, erklärte der Internet-Konzern. Für die Änderungen sollen ab Anfang März die Datenschutzbestimmungen vereinfacht und zusammengeführt werden – statt heute 70 einzelner Dokumente für verschiedene Dienste soll es nur noch eins geben. Die Daten würden nach wie vor nicht nach außen verkauft.
Wenn ein Nutzer bei Google angemeldet ist, „können wir Informationen, die Sie bei einem Dienst gemacht haben, mit Informationen aus anderen Diensten kombinieren“, erläuterte Googles Datenschutz-Chefin Alma Whitten in einem Blogeintrag. Der Konzern vermarktet die Neuerungen vor allem als Gewinn für die Kunden. „Wir können die Suche besser machen, indem wir verstehen, was Sie wirklich meinen, wenn sie Apple, Jaguar oder Pink eintippen“, argumentierte Whitten. „Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran sind für ein Treffen, ausgehend von Ihrem Aufenthaltsort, Ihrem Kalender und einer Vorstellung von dem aktuellen Verkehr.
“ Oder man könne für jeden die richtigen Vorschläge bei der Rechtschreibkontrolle machen.
Mit den Änderungen wird Google Werbung besser auf einzelne Nutzer zuschneiden können. Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche sind nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns. Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook mit seinen mehr als 800 Millionen Mitgliedern ist inzwischen ebenfalls zu einer Milliarden-Kraft im Online-Werbegeschäft geworden – und kann auf eine Vielfalt von Informationen über seine Nutzer zurückgreifen.
Facebook und Microsoft experimentieren mit „sozialer Suche“, die besser auf die einzelnen Nutzer zugeschnitten sein soll. Google konterte jüngst bereits mit einer personifizierten Version seiner mit Abstand führenden Suchmaschine – erntete jedoch Kritik, weil einige Experten und Konkurrenten den hauseigenen Facebook-Rivalen Google+ bevorzugt sehen. Zuletzt bastelten Software-Entwickler von Facebook, Twitter und MySpace eine Browser-Erweiterung, die das neue Google-Suchprinzip abklemmt. (dpa)
