Gefahrenquelle Handy? [0]
Wer mit dem Handy telefoniert, hat einer wissenschaftlichen Studien zufolge kein erhöhtes Krebs- oder Hirntumorrisiko. Lediglich einzelne Veränderungen der Genaktivität seien beobachtet worden. "Nein, so ist es sicherlich nicht." Dass sich bei ihm Patienten die Klinke in die Hand geben, die berichten "Herr Doktor, ich glaube es ist der Mobilfunkmast, der mir Beschwerden macht", kann Klaus Bogner nicht bestätigen.
Quasselstrippen: Telefonieren mit Handys ist beliebt, besonders bei jungen Menschen. Dabei ist das Gesundheitsrisiko durch die Strahlung bei Kindern erhöht.
Gefahrenquellen Und die, so glauben sie, rührt von Mobilfunkmasten, intensivem Handygebrauch, schnurlosen Haustelefonen und drahtlosen Verbindungen ins Internet (so genanntes Wireless Lan, WLAN) her. "Ich habe erhebliche Zweifel an der Unbedenklichkeit des Mobilfunks", gibt Bogner zu.
Krebs als Spätfolge Sie schließen auch Krebs als Folge des Mobilfunks nicht aus. Besonders besorgt sind laut dem gestern von der Strahlenschutzkommission (SSK) vorgestellten Abschlussbericht des Deutschen Mobilfunkprogramms Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die eine höhere Schulbildung haben, in der Nähe von Mobilfunkmasten und im Süden der Republik wohnen.
Grenzwerte "Das stellt die Gesamtbeurteilung aber nicht in Frage." Auch ein Zusammenhang zwischen Mobilfunk-Strahlung und Kopfschmerzen oder Schlafstörungen können nicht nachgewiesen werden. Wer diesen trotzdem sieht, bildet sich das alles demnach bloß ein: "Menschen nehmen die elektromagnetische Strahlung unterschiedlich war - manche früher, manche später", so das SSK. Dessen Schlussfolgerung: "Die geltenden Grenzwerte sind ausreichend."
Kinderin Gefahr? Was Kindern später droht, wenn sie zu früh und zu häufig zum Mobiltelefon greifen, hat jüngst der Biophysiker Gennadi Y. Grigoriev vom russischen "Nationalen Komitee zum Schutz vor Strahlung" skizziert. Demnach ist das elektromagnetische Feld ein biologischer Faktor, der Verhalten und Denken beeinflusst. Insbesondere mobil telefonierenden Kinder würden deshalb Gedächtnisstörungen, nachlassende Aufmerksamkeit, verringerte Lernfähigkeit und Reizbarkeit drohen - und in ferner Zukunft Tumore im Ohr, Depressionen sowie Alzheimer und Demenz.
Die bisherige Forschung konzentriere sich nur auf die Masse: "Da geht die individuelle Befindlichkeit völlig unter." Dabei, so befürchtet Bogner, kann es Einzelne später "schwerst treffen." Rainer Müller von der Umweltschutz-Organisation BUND fordert deshalb zusätzlich auch eine Herabsetzung der gesetzlichen Grenzwerte: "Ich fürchte, sonst wird die Hälfte der Bevölkerung irgendwann gesundheitliche Probleme bekommen." Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm ist eines der größten Studien über Handy-strahlung. Es wurde vor sechs Jahren vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben, nachdem erste Zweifel an der Unbedenklichkeit dieser Technik unterhalb der bestehenden Grenzwerte entstanden waren. Es sollte wissenschaftliche Erkenntnisse über gesundheitliche Risiken der elektromagnetischen Felder des Mobilfunks bringen. Dafür wurden 17 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt – je zur Hälfte von Bund und Netzbetreibern. 36 der 50 Forschungsvorhaben sind bereits definitiv beendet. Das strahlt Handys funken mit einer Leistung von maximal zwei Watt. Sobald das Handy jedoch eine gute Verbindung zur Basisstation hat, regelt es die Sendeleistung Akku-schonend herunter. Außerdem funkt es nur, wenn es angesprochen wird. Ausnahme: UMTS-Handys pulsen dauerhaft. Schnurlos-Telefone arbeiten meist nach dem DECT-Standard (Digital Enhanced Cordless Telephone) und funken stets mit der höchsten Leistung von 0,25 Watt. Die Basisstation sendet unabhängig von Telefonaten regelmäßig Kontrollsignale aus. Neue DECT-Telefone fahren Sendeleistung oder Kontrollsignale aber herunter – oder schalten sich in den Ruhezustand, wenn das Telefon angedockt wird (so genannter Eco-Modus). WLAN (Wireless Lan)für die Funkverbindung ins Internet. Auch hier kontaktiert der Zugangspunkt selbst im Ruhezustand die angeschlossenen Geräte – und zwar jede Zehntelsekunde. Endgeräte wie Laptops funken nur, wenn Daten übertragen werden. So ist weniger riskant Handys erst zu Gesprächsbeginn ans Ohr halten Der Finger an der Antenne verstimmt diese. Das Sendeverhalten wird schlechter. Handy nicht mit dem gestreckten Zeigefinger ans Ohr drücken. Im Zug sendet das Handy wegen schlechter Verbindung meist voll. Deshalb: Wenn möglich bis zum Bahnhof warten. Ein Headset reduziert die in den Kopf eingestrahlte Leistung Experten zufolge deutlich. Handy nicht ständig am Körper tragen. Nachts abschalten oder wenigstens auf einen weiter entfernten Stuhl legen. Am besten ans Fenster, dort ist der Empfang meistens besser. Weitere Artikel zu: |



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