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Versandkosten übersehen! Ebay-Nutzer bieten zu viel

28.11.2007
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Man kennt das aus der Fußgängerzone". Maximilian Gaub sucht nach einem vertrauten Bild. Doch das ist schwer zu finden bei diesem Thema. Gaub ist für die aktuelle Ausgabe des Ebay-Magazins der Frage nachgegangen, welcher Teufel die Internet-Nutzer bei Online-Versteigerungen reitet. Dort verkehrt sich die Erkenntnis des Philosophen Descartes regelmäßig ins Gegenteil: "Ich denke, also bin ich." Im Ebay-Magazin wird daraus der Titel: "Ich handle, also spinn' ich."

Wie in der Fußgängerzone. Dort, so Gaub, erscheint die angepriesene Käsereibe um so revolutionärer, je mehr Passanten um den Stand herumstehen. Auswertungen der Versteigerungen bei Ebay haben laut Gaub denn auch bewiesen: "Beim Kaufen handelt der Mensch seltsam, irrational - und manchmal dumm." Grund: "Bieten erzeugt Glücksgefühle. Dadurch wird der Wettbewerb wichtiger als das Produkt." Forschungen hätten das beispielsweise für Brettspiele, iPods und Bücher gezeigt.

Hauptsache ein Euro

Verkäufern winkt dadurch ein gutes Geschäft, vor allem, wenn sie den Startpreis mit einem Euro festsetzen. Dann spielen die eigentlichen Endkosten offenbar keine Rolle. Laut Ebay-Magazin haben das US-Ökonomen mit identischen Musik-CDs überprüft: Die einen wiesen sie mit dem Startgebot ein Dollar und 3,99 Dollar Versandkosten aus, die anderen gleich mit vier Dollar. Obwohl erstere mindestens ebenso viel kosten, gab es hier viel mehr Bieter - und 25 Prozent mehr Gewinn. "Sobald die Versandkosten vertretbar sind, werden sie einfach vergessen", so Gaub. Die Preisempfehlung des Herstellers zu nennen, wirkt sich ihm zufolge ebenfalls positiv auf den Verkaufspreis aus.

Für den Kölner Volkswirtschaftsprofessor Axel Ockenfels entsteht dadurch der "Fluch des Höchstgebotes". Im Ebay-Magazin erklärt er diesen so: "Einer gewinnt. Eine schlechte Nachricht für ihn. Denn es bedeutet, dass er sich verschätzt hat, die anderen Teilnehmer das Produkt weniger wertvoll einschätzen." Statistisch habe der Sieger damit ziemlich sicher den wahren Wert überschätzt.

Die Fehler der Verkäufer

Viele folgen laut dem Ebay-Magazin dem Mythos, ihre Auktion am frühen Abend während der Woche enden zu lassen. Neben zahlreichen Bietern gibt es dann aber ähnlich viele konkurrierende Angebote auf dem Online-Marktplatz. Folge: Weniger "Bietkriege" und oftmals geringere Preise.

Michael Nardelli

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