Der Scanner funktioniert nicht: "Es wurde ein Fehler in der Anwendung entdeckt, Windows Vista sucht nach einer Lösung Ihres Problems." Die lautet: "Bitte legen Sie die Treiber-CD des Herstellers ein." So hilfreich ist Vista, das Betriebssystem, das in der teuersten Version rund 550 Euro kostet.
Ein Standard-Scanner wie der Scanjet 4400 von Hewlett-Packard lässt sich unter Vista nicht betreiben, die alten Treiber funktionieren nicht, neue gibt's nicht. Auch zahlreiche Drucker-Modelle, Web-Kameras und Scanner akzeptiert Vista nicht, weil die richtigen Dienstprogramme, also die Treiber, fehlen. Die Dritt-Hersteller feilen lieber an der Software ihrer neuen Modelle, die von älteren Modellen wird für Vista nicht programmiert.
Die schlimmsten Ärgernisse
Der neue Rechner mit Windows Vista ist zwangsläufig teuer und langsam, weil das Betriebssystem extrem viel Kapazitäten braucht. Zwei oder drei gleichzeitig geöffnete Microsoft-Anwendungen wie Word und Outlook füllen den Arbeitsspeicher schnell mit über einem Gigabyte Daten. Und selbst die Worteingabe in einem Text-Dokument dauert länger als in den achtziger Jahren mit Windows-3.1.
Vista ist sensibel bei unvorhergesehenen Fehlern. Selbst ein so wesentlicher Bestandteil des Betriebssystems wie der Datei-Manager Windows Explorer bricht Rechen-Prozesse häufig und ohne triftigen Grund ab und zwingt den Nutzer zum Neustart. Und der kann mehrere Minuten dauern.
Schlechte automatische Fehlerbehebung. Die Lösung lautet im Zweifelsfall: "Wir melden uns bei Ihnen, sobald wir eine Lösung gefunden haben." Wir warten...
Spielverderber: Wer sich einen Vista-PC gekauft hat, um mit dem Grafikkartenschnittstellen-Programm Direct-X-10 bei anspruchsvollen Spielen eine verbesserter Darstellung zu haben, wird häufig enttäuscht: "Bio-shock", "Loki" und "Two Worlds" waren jüngere Titel, die auf Anhieb gar nicht oder nur mangelhaft unter Vista funktionierten.
Zu viele Verbotsschilder: Vista nervt mit Meldungen beim Programm-Start: "Zur Fortsetzung ist Ihre Zustimmung erforderlich". Das soll die Ausführung von Schadprogrammen verhindern. Die meisten Nutzer können aber gute und böse Software nicht unterscheiden, wissen nicht, welche Datei was bewirkt. So sehen sie etwa irritiert davon ab, die sinnvolle Datenträger-Prüfung des Anti-Schnüffelware-Programms "Spybot" durchzuführen, wenn dieses von Vista blockiert wird. "Die neu integrierten Sicherheitsabfragen sind sinnvoll, aber zu viel des Guten", findet Magnus Kalkuhl, Virenanalyst beim Schutzsoftware-Hersteller Kaspersky Labs. Folge: "In vielen Fällen werden die Abfragen einfach deaktiviert."
Meinungen zu Vista
Bei einer repräsentativen Umfrage erklärten neun von zehn System-Technikern, sie wollten lieber bei ihrem alten Windows XP oder 2000 bleiben. Der Chef von Notebook-Hersteller Acer, Gianfranco Lanci, schimpft: "Die ganze Industrie ist enttäuscht." Bei Konkurrent Toshiba gilt Vista zumindest im Firmen-Segment als "eine Fehleinschätzung."
Öko-Sünder Vista?
Wegen des Hardware-Ressourcen-Hungers von Vista wirft die Umweltorganisation Greenpeace Microsoft vor, die Menschen zum Kauf umweltbelastender PC zu verleiten. Microsoft kontert mit Energiespar-Maßnahmen. So schaltet sich der Monitor nach 15 Minuten Inaktivität in den Ruhezustand mit schwarzem Bildschirm. Voreingestellt ist außerdem ein Schlafmodus, der sich nach einer Stunde, bei Notebooks nach 20 Minuten einschaltet.
So geht's: Über "Start" und einen gelben Kreis-Button wird der Schlafmodus sofort aktiviert, bei Notebooks reicht das Schließen der Klappe. Während des Betriebs passt Vista den Stromverbrauch des Prozessors automatisch an die jeweiligen Erfordernisse an. Unternehmen mit 200 PC sparen dadurch im Vergleich zu Windows XP laut Microsoft jährlich umgerechnet 45 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ein - und etwa 70 Euro Stromkosten pro Rechner.

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