"Wir sind sehr überrascht." Mit so deutlichen Ergebnissen hatte David Lewis nicht gerechnet. Der Neurologe hat im Auftrag des PC-Herstellers Hewlett-Packard untersucht, wie schlecht die private Internet-Nutzung im Büro für Unternehmen ist. Sinnlose Vergeudung teurer Arbeitszeit?
Die holen zumindest weibliche Mitarbeiter hinterher jedenfalls locker wieder rein. "Es gibt gute Gründe für eine digitale Mini-Siesta", findet Neurologe Lewis. Er hat bei seiner Untersuchung herausgefunden, dass Frauen nur zehn Minuten Zeit für sich brauchen, um geistig wieder voll da zu sein. Die Studie belegt, dass eine individuelle Internet-Reise Stress reduziert. "Eine kurze, private Auszeit im Web bringt beachtliche emotionale und intellektuelle Vorteile", stellt Lewis fest. Die weiblichen Testpersonen gingen nach dem zehnminütigen Ausflug ins Netz die folgenden Aufgaben deutlich entspannter an. Sie hatten einen niedrigeren Puls und das Gehirn arbeitete deutlich effektiver: Die mentale Anstrengung reduzierte sich um bis zu einem Viertel - bei gleich guten Arbeitsergebnissen.
Frau im Stress
Dabei sind die Voraussetzungen insgesamt eher schlecht, wie Interviews im Vorfeld der Untersuchung ergaben. Demnach hat hierzulande jede zehnte Frau nicht einmal eine Viertelstunde täglich für sich zur Verfügung. Einem Sechstel bleibt dafür eine Stunde und mehr. Nur jede fünfte Frau sieht sich in einer perfekten Balance zwischen Arbeit, Familie und Zeit für sich selbst. Fast die Hälfte klagt diesbezüglich über ein völliges Ungleichgewicht. Jede vierte Frau hat angeblich keinerlei Chance, sich gelegentlich zurückzuziehen.
