"Wenn jemand nach Sushi-Restaurants sucht, dann bekommt er Werbung von Sushi-Restaurants - sonst nicht", behauptete der Datenschutz-Experte der Suchmaschine Google, Peter Fleischer, bei einer Debatte im EU-Parlament in Straßburg. Angestoßen wurde diese von Datenschützern.
Der Streitpunkt ist die so genannte IP-Adresse. Das ist ein mehrstelliger Zahlencode, den Zugangsanbieter ihren Kunden beim Log-In sozusagen als Hausnummer im Web zuweisen. Über diese kann ermittelt werden, von welchem Computer aus eine bestimmte Webseite aufgerufen wird. Google speichert die IP-Adresse.
Andere Praktiken des Such-Riesen kommen in der Anhörung zu "Datenschutz im Internet" erst auf Nachfrage ans Licht. Ob es stimme, dass Google systematisch Inhalte seines E-Mail-Dienstes durchkämme, wollen die Abgeordneten wissen. Antwort von Fleischer: "Wir müssen E-Mails scannen, um Spam und Viren abzuwehren." Aber auch, "um Schlüsselworte für die Werbung herauszufiltern". "Verhaltensgesteuertes Marketing" nennt Google das. "Da muss man ja mit seinen E-Mails richtig vorsichtig sein", rief eine Abgeordnete verblüfft. Eine Vertreterin des US-Handelsausschusses zeigte sich "persönlich besorgt."
