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Passanten irren planlos umher

23.10.2007
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Zwei Drittel der Männer glauben, dass Frauen keine Karten lesen können. Ebenso viele geben aber auch zu, lieber einen Umweg zu nehmen, als nach dem Weg zu fragen. Als Fußgänger bleibt ihnen das aber weiterhin nicht erspart. Navigationssysteme helfen nicht.

Hilfe! Es war ein kurioser Hilferuf, der neulich bei der Polizei in Kaiserslautern einging. Eine Frau meldete sich aus dem Wald: "Ich habe mich total verfahren mit meinem Navigationsgerät." Das ist selten. ADAC und Stiftung Warentest bescheinigen den elektronischen Lotsen gute Arbeit. Die Anwender merken's: Rund zwei Millionen Navigationsgeräte wurden im vergangenen Jahr hierzulande verkauft, viermal mehr als 2005. Und dieses Jahr, glauben Marktbeobachter, werden's sogar 3,2 Millionen sein.

Wohin die führen, wenn man sie außerhalb des Autos benutzt, zeigt zum Beispiel ein Test mit dem neuen Blackberry, also E-Mail-Handy von Vodafone. Die Lotsenfunktion ist hier inklusive, doch schon der Ausgangspunkt ist verschoben: In der Dresdener Straße in Konstanz und jenseits der Bahnlinie würden wir uns befinden, zeigte das Gerät an. In Wahrheit standen wir aber am Fenster der Click!-Redaktion. Und die ist in der Max-Stromeyer-Straße diesseits der Schienen.

Das deckt sich mit einer Untersuchung des Fachmagazins connect. Dessen Tester gingen mit sechs Navigationssystemen zu Fuß los. Ergebnis: Zwischen Parkhaus und Kunstgalerie oder Einkaufszentrum klappte es mehr schlecht als recht. Lediglich für die "grobe Orientierung" würden sich die Navigationsgeräte für Fußgänger eignen, so connect-Redakteur Oliver Stauch. Er kritisiert vor allem eine komplizierte Handhabung. Folge: Manches Gerät eignet sich nicht einmal als elektronischer Stadtplan.

Hier hakt's

Die grobe Positionierung funktioniert laut connect, die Zielführung nicht. Grund: Das Tempo ist zu niedrig. Dadurch springt der Ortungszeiger ruckartig übers Display und die Abbiegehinweise stimmen nicht.

Die Karten sind für Autofahrer gedacht, Fußwege oder -zonen sind nicht eingezeichnet. Alle Lotsen führten die connect-Tester zum Beispiel schnurstracks in Autotunnel.

Auto-Navigationssysteme verstehen keine topografischen Karten und kennen weder Feld- noch Waldwege. Routenberechnung zum Beispiel auf Wanderungen ist deshalb nicht möglich. Sie muss zuvor am PC erfolgen.

Auf Gehwegen, unter Vordächern oder und am Straßenrand sind die Satellitensignale schwächer.

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