Früher musste Roger Bröchler noch regelrechte logistische Meisterleistungen vollbringen. Als Chef eines Grafikbüros lässt er für seine Kunden Video- und Bilddateien erstellen, die oft mehrere hundert Megabyte groß sind. Um sie zu speichern, brauchte es ein Bandlaufwerk. Das wurde dann per Kurierdienst an den Kunden geliefert. Heute genügt Bröchler ein Mausklick. Er hat einen Breitband-Anschluss ans Internet: "Vor zehn Jahren war ich mit meiner ISDN-Leitung noch König der Datenübertragung", so der Grafiker im Quartalsreport des Telekommunikationsanbieter-Verbandes Breko.
In diesem geht es um die Frage, warum Internet-Leitungen eigentlich nie dick genug sein können. "Wer muss Daten unbedingt mit 16, 50 oder 100 Megabyte pro Sekunde übertragen?" Da gebe es, das leuchte ein, den gewerblichen Bereich. Tatsächlich arbeiten Grafiker und Medienschaffende mit großen Datenmengen, die schnell von A nach B gelangen müssen. Architekten oder Ärzte auch. Letztere übertragen etwa ihre Operation via Videokonferenz über die DSL-Leitung.
Doch der Datenberg wächst auch sonst: Hobbyfotografen schießen Bilder mit einer Zehn-Megapixel-Kamera und laden sie in so genannte Foto-Communitys wie "Flickr" hoch. Der mehr oder weniger legale Konzert-Mitschnitt wird ans Videoportal Youtube übermittelt. Der von Computerkonzern Apple betriebene Musik- und Filmladen "iTunes" meldete zur Jahresmitte den 2,5 milliardensten Download. "Und die junge Generation trifft sich längst nicht mehr nachmittags zum Schiffe versenken spielen. Sie macht's übers Internet mit Freunden aus aller Welt", so Breko-Präsident Peter Knauer.
