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"Das wollte ich gar nicht finden"

20.03.2007
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80 Prozent der Webnutzer gehen zu Google, wenn sie im Internet etwas suchen. Auch sonst ist Google überall. Wo genau, verrät ein neues Buch. Click! unterhielt sich mit dessen Autor über den Spaßfaktor auf der Spielwiese Suchmaschine.

Haben Sie heute schon gegoogelt?

Ja klar. Ich nutze Google täglich mehrfach. Heute zum Beispiel habe ich nach ein paar Zusatz-Programmen für den Internet-Browser Firefox gesucht. Es war eigentlich wie immer: Ich habe interessante Sachen gefunden - und bin auf Google-Dienste gestoßen, die ich noch gar nicht kannte.

Wir dachten eigentlich, Google wäre ein Suchmaschinenbetreiber. Ihr Buch hat aber über 400 Seiten. War Ihnen langweilig?

Bei Google wird mir nie langweilig. Aber das Buch ist nicht deshalb so umfangreich geworden. Die Aktivitäten dieser Firma haben etwas mit der deutschen Gesetzgebung gemein: Sie passen unmöglich auf einen Bierdeckel. Da gibt es so viele tolle Dienste, die man unbedingt mal ausprobiert haben muss. Teilweise sind sie noch im Teststadium - und teilweise haben sie noch nicht mal eine Webadresse.

Nennen Sie doch mal ein Beispiel.

Toll finde ich ein Projekt, das nicht direkt von Google ist: Die Innenstadt von Berlin in 3D. Das ist ein Zusatz zum Satellitenbilder-Programm Google Earth. Oder das Züricher Tiefbauamt. Es meldet Baustellen über Google Earth, zeichnet ein, wo diese sind, was gebaut wird und wie lange die Arbeiten voraussichtlich dauern.

Das Inhaltsverzeichnis Ihres Buches besteht aus über 180 Stichwörtern. Die meisten beziehen sich auf Google-Dienste. Kann man dieses Unternehmen fassen?

Eine Definition ist zugegeben schwierig. Google ist aber immer noch in erster Linie eine Firma, die das Wissen der Welt erschließen will. Dann ist Google ein Unternehmen, das mit Werbung sehr viel Geld verdient - und das auch in Zukunft noch will. Also werden einfach Sachen gemacht, bevor es ein anderer realisiert.

Google also eine große Spielwiese?

Man muss sich schon fragen, wer da überhaupt noch den Überblick hat. Der ist aber auch nicht unbedingt nötig, denn es gibt andererseits auch niemanden, der alles nutzt. Jeder Webnutzer, der Google ansteuert, hat sein eigenes Interesse. Das mit der Spielwiese stimmt im Übrigen tatsächlich: Google-Mitarbeiter sollen zehn Prozent ihrer Arbeitszeit für "Spielereien" aufbringen. Einfach mal irgendetwas ausdenken. Da kommt vieles raus, was anfangs nutzlos erscheint, und am Ende eben doch vele toll finden. Google musste jedenfalls bislang erst zwei Dienste wieder einstellen.

Gut, dann lassen Sie uns mal fröhlich über die Spielwiese hüpfen. Wie wärs mit Kapitel R?

Da erkläre ich zum Beispiel den Dienst Riderfinder. Das ist ein Service, der zum Landkartendienst Google Maps gehört und den es für einige US-Städte gibt. Hier wird angezeigt, wo gerade ein Taxi steht. Das will sicher nicht jeder wissen, kann aber auf einer Geschäftsreise Zeit sparen.

Unter T finden wir Transit. Was steckt da wieder dahinter?

Hier gibt's Routenvorschläge für öffentliche Verkehrsmittel, leider derzeit nur für die USA. Sie bekommen angezeigt, dass Sie acht Minuten zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle brauchen, insgesamt 56 Minuten unterwegs sind, wo Sie umsteigen müssen, Abfahrtszeiten und Kosten - auch im Vergleich zu einer Fahrt mit dem Auto.

B wie Browser-Synchronisation.

Hier können Sie die Favoritenliste oder zuletzt geöffnete Webseiten speichern und sie im Browser auf einem zweiten PC verwenden.

Und wo ist das Verspielte?

Etwa jenes Spiel, bei dem zwei Webnutzer gegeneinander antreten und eintippen müssen, unter welchen Schlagwort sie ein Bild, das am Monitor auftaucht, ablegen würden. Für Übereinstimmungen gibt's Punkte. Schon fast Kult ist das Whacking. Dabei müssen Kombinationen aus zwei Wörtern gefunden werden, die so abstrus sind, dass die Suchmaschine höchstens einen Treffer anzeigt.

Wir wollen durchs Googleversum reisen. Wo sollen wir beginnen?

Fangen Sie einfach bei A an und hören bei Z auf. Aber seien Sie gewarnt. Sie werden immer etwas finden, was Sie eigentlich gar nicht gesucht haben. Das hält zwar auf, ist aber spannend und ungemein interessant: Ich bin schon mehrere Jahre unterwegs - und immer noch nicht am Ziel.

Mit Thor Alexander sprach Michael Nardelli

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