12. März 2010
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Panorama

Jackson-Arzt vor Gericht

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Conrad Murray (Mitte) auf dem Weg zum Gericht.
dpa

Nicht schuldig“ – So reagierte der ehemalige Leibarzt von Michael Jackson, Doktor Conrad Murray, bei seiner Gerichtsvorführung auf die jetzt vorgelegte Anklageschrift. Sie wirft dem 56-jährigen Kardiologen die fahrlässige Tötung des Weltstars vor. Doch die Familie des „King of Pop“ kann auch der Startschuss zur juristischen Aufarbeitung seines unerwarteten Todes am 25. Juni 2009 nicht zufriedenstellen. Patriarch Joe Jackson, am späten Montagabend (US-Ortszeit) zu Gast bei der CNN-Talkshowlegende Larry King, resümierte die düstere Stimmung im Clan: Sein Sohn habe sich davor gefürchtet, ermordet zu werden – und noch mehr Personen in seinen Tod verwickelt.

Doch für eine Verschwörung sieht die Staatsanwaltschaft bisher nicht den Hauch eines Anscheins. Für sie ist der Murray, dem nun eine Höchststrafe von vier Jahren Haft droht und der gegen eine Kaution von 75 000 US-Dollar (rund 55 000 Euro) bis zum nächsten Gerichtstermin im April auf freien Fuß gesetzt wurde, der Alleinschuldige an den dramatischen Ereignissen in der luxuriösen Miet-Villa auf den Hügeln Hollywoods. Auch in der Nacht des Todes von Jackson soll Murray dem zunächst schlaflosen Star wunschgemäß über eine Infusion dessen „Milch“ verabreicht haben – das klinische Narkosemittel Propofol. Nach medizinischem Standard ist dazu die Anwesenheit und Überwachung durch einen Anästhesisten erforderlich, doch den gab es nicht im Hause Jackson – und auch Murray verließ mehrfach das Schlafzimmer.

Aber ist Conrad Murray wirklich ein Mörder? Was über ihn bisher bekannt wurde, zeigt einen hochverschuldeten Mediziner und Frauenheld, der durch die Arbeit für Jackson hoffte, aus seinem akuten Finanz-Dilemma zu entkommen – und für angebliche 150 000 Dollar Monatshonorar offenbar auch bereit war, einmal ein Auge zuzudrücken.

Friedemann Diederichs

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Autor: Friedemann Diederichs
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