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Politik

Kein Feingefühl

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Nach Lee Raymond, Klaus Esser, Karl-Thomas Neumann und Wendelin Wiedeking darf sich auch Karl-Gerhard Eick in die Liste der fürstlich abgefundenen Manager einreihen. 15 Millionen Euro bekommt der Chef des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor, wenn er von Dienstag an arbeitslos ist. Im Vergleich zum früheren Chef des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Lee Raymond, der etwa 240 Millionen Euro bekam, ist die Abfindung für Eick ein Schnäppchen.

Bedenkt man allerdings, dass das Konzernoberhaupt keine sechs Monate bei Arcandor beschäftigt war und dafür pro Arbeitstag mit mehr als 83 000 Euro entlohnt wird, dann ist dies mehr als dekadent. Auch wenn die Abfindung für den ehemaligen Telekom-Manager nicht vom Konzern, sondern von einem Großaktionär, der Privatbank Sal. Oppenheim, bezahlt wird - sie wirkt übertrieben.

Eicks heikle Aufgabe, Arcandor zu retten, schlug fehl. Trotzdem wird er für sein Scheitern belohnt. Tausende Konzernmitarbeiter mussten während seiner Amtszeit mit finanziellen Einschnitten leben. Nun bangen sie um ihren Job. Ein Manager mit Fingerspitzengefühl würde das Geld angesichts dieser Situation nicht annehmen.

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Autor: Michael MErklinger
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