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Würzburg (dpa) Ex-Kollege: Chemie-Nobelpreisträger 2012 sind total unterschiedlich

10.10.2012
Die Zellforscher Robert Lefkowitz und Brian Kobilka haben wichtige Erkenntnisse für die Behandlung vieler Volkskrankheiten gesammelt. Dafür erhalten die beiden Amerikaner den Chemie-Nobelpreis.
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Der Würzburger Pharmakologie-Professor Martin Lohse hat zusammen mit Kobilka im Labor von Lefkowitz gearbeitet. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa beschreibt er beide als geniale Köpfe, die aber komplett gegensätzlich seien. Während Lefkowitz immer zu einem Scherz bereit sei, zeichne Kobilka sich als disziplinierter Handwerker aus.

Sie haben nach Ihrer Promotion im Labor von Lefkowitz an der Duke-Universität in North Carolina geforscht. Wie würden Sie Ihren früheren Chef beschreiben?

Lohse: «Er ist jemand, der ganz enthusiastisch ist, der gerne laut lacht, der gerne Quatsch macht. Bob Lefkowitz hat im Gegensatz zu Kobilka nie etwas mit den eigenen Händen gemacht - und das ist auch gut so. Er stand immer in dem Ruf, ein schlechter Experimentator zu sein. Aber er hatte einen ganz tollen Riecher für Dinge, und er hat wahnsinnig gut Leute motivieren können. Die Leute, die in seinem Labor waren, die hängen seitdem wie eine Familie zusammen.»

Und Kobilka?

Lohse: «Brian Kobilka ist das absolute Gegenteil. Er ist ein ganz Stiller, Konzentrierter, der sich nur schwer ablenken lässt und ganz diszipliniert ist. Er hat sich, seitdem er sein eigenes Labor in Standford hat, einem großen Problem gewidmet, das er für so wichtig und riskant hielt, dass er es mit seinen Händen lösen wollte.»

Sie forschen auch an G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Wieso ist Kobilka das gelungen, woran viele Wissenschaftler seit Jahrzehnten tüfteln?

Lohse: «Er hat sich ein ganz bestimmtes Thema vorgenommen und das mit einer großer Disziplin, Verbissenheit und einem gewissen Leichtsinn verfolgt. Leichtsinn in der Hinsicht, dass er alles mit den eigenen Händen und gegen den Rat vieler Wissenschaftler gemacht hat. Er hat sogar wichtige Forschungsgelder verloren, weil die Gutachter der Meinung waren, dass ein Mediziner solche Arbeiten nicht machen sollte. Und er hat gesagt: Ich mache es aber doch, es fasziniert mich, es ist mir wichtig, und ich gehe das Risiko ein.»

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