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11.09.2013  |  0 Kommentare

Warwick (dpa) Besonders im Norden werden heiße Tage immer heißer

In Teilen Norddeutschlands sind in den vergangenen 60 Jahren die Temperaturen der heißesten Tage stärker nach oben geklettert als anderswo. Das zeigt eine neue Studie. Die Erhebung soll Daten zum Klimawandel lokal herunterbrechen.

Es droht mehr und mehr Hitze in Zukunft.  Bild: Foto: dpa



Es droht mehr und mehr Hitze in Zukunft.

In einem Band von Südengland über Nordfrankreich bis nach Dänemark sei die Durchschnittstemperatur der heißesten Sommertage seit 1950 vielerorts um mehr als zwei Grad Celsius nach oben gegangen, berichtete die britische Universität Warwick. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Environmental Research Letters» veröffentlicht.

Für die Untersuchung wertete das Team unter Leitung von David Stainforth von der London School of Economics and Political Science Wetteraufzeichnungen der vergangenen 60 Jahre aus. Die Forscher ordneten die Ergebnisse nach Sommer und Winter, sowie nach Tages- und Nachtzeit.

Demnach haben sich nicht nur die heißen Sommertage von Südengland bis Dänemark besonders erwärmt, sondern auch die durchschnittlichen Sommertage im mittleren Deutschland und in Zentralfrankreich. Außerdem hätten sich die kältesten Winternächte in Westdeutschland, Ostfrankreich und Belgien am meisten erwärmt. Veränderungen um mehr als zwei Grad Celsius seien hier nicht ungewöhnlich.

Ziel der Studie war es, Klimadaten lokal herunterzubrechen. «Für gewöhnlich wird der Klimawandel nur anhand weltweiter Durchschnittswerte diskutiert», erklärte die beteiligte Professorin Sandra Chapman aus Warwick. Diese Werte unterschieden sich jedoch regional sehr stark.

Studienleiter Stainforth nannte ein Beispiel: «In Großbritannien fühlt sich der Klimawandel in Northumbria anders an als in Oxfordshire oder in Devon.» Die Ergebnisse zeigten auch, dass je nach Ort andere Anstrengungen betrieben werden müssten, um die globale Erwärmung auf durchschnittlich zwei Grad zu senken.

Bestimmte Temperaturen sind der Untersuchung zufolge in vielen Regionen quasi gleichgeblieben. So hätten sich etwa in den meisten Ländern die kältesten Sommertage kaum erwärmt.

Der Sommer 2013 zählt dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge zu den zehn wärmsten Sommern seit Beginn der Messungen 1881. Drei Hitzewellen trieben die Temperaturen örtlich bis nahe an die 40 Grad, die Durchschnittstemperatur lag 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Sonne gab es reichlich, vor allem an der Ostseeküste. 710 Stunden Sonnenschein zählte der DWD im bundesweiten Durchschnitt, 18 Prozent mehr als sonst.

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