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Moskau (dpa) Bakterien-Fund aus Antarktis-See begeistert russische Forscher

Eine bisher unbekannte Bakterienart haben russische Forscher nach eigenen Angaben in dem Millionen Jahre alten Wostok-See in der Antarktis unter fast vier Kilometer dickem Eis entdeckt.

Die Mikroorganismen aus dem lange Zeit unberührten Ökosystem könnten keiner üblichen Unterart zugeordnet werden, sagte der Genetiker Sergej Bulat vom Institut für Kernphysik der Agentur Ria Nowosti zufolge in St. Petersburg. Der Fund an einem der kältesten bewohnten Orte der Welt sei «fast wie die Entdeckung von Leben auf dem Mars». Sein Kollege Wladimir Korolew nannte die Schlussfolgerung «vorzeitig».

Im Mai werde neues Wasser aus dem See entnommen und auf die Bakterien hin untersucht, sagte der Biologe am Freitag. «Bis dahin würde ich nicht davon sprechen, dass diese Bakterie auf dieser Welt noch nicht entdeckt wurde», betonte Korolew.

Die Proben waren im vergangenen Jahr aus dem seit etwa 500 000 Jahren isolierten Gewässer genommen worden. Russische Forscher hatten den See damals nach 30 Jahre langen Arbeiten angebohrt und erhoffen sich davon auch neue Erkenntnisse über den Klimawandel. Medien in Moskau sprachen vom größten Erfolg der Antarktis-Forschung der vergangenen 100 Jahre. Westliche Wissenschaftler fürchten jedoch das Verschmutzen des Ökosystems durch einen kontaminierten Spezialbohrer.

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