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LebenundWissen Wo die Welt fast in Ordnung ist

24.07.2010
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Der deutsche Heimatfilm – da läuten beim einen die Glocken, den andern überkommt das kalte Grauen. Dabei hat dieses Genre eine erstaunliche Entwicklung mitgemacht: Vom Rührstück über knallharten Realismus und wieder zurück zur Schmonzette.

Manchmal wird in Werbefilmen auch die Wahrheit gesagt. „Deutschland ist schön, seine Landschaften und Bauwerke weltberühmt“, heißt es in einer Bier-Reklame, und wer das Glück hat, etwa am Bodensee oder im Schwarzwald zu leben, kann das von Herzen bestätigen. Allen anderen bleibt nur der Urlaub. Oder ein Besuch im „Ersten“: Freitags um 20.15 Uhr zeigt die ARD immer wieder Filme, die in den malerischsten Alpenregionen Deutschlands und Österreichs spielen. Dieser Sendeplatz ist das letzte Refugium des Heimatfilms. In den Geschichten geht es immer um das eine: Zwei Herzen müssen sich finden, doch das Schicksal, ein intriganter Gegenspieler oder einfach nur die Laune des Drehbuchautors versuchen um jeden Preis, dies zu verhindern. Zuverlässiges Barometer für die Atmosphäre zwischen den beiden Figuren ist das Wetter: Bei schlechter Stimmung ziehen dunkle Wolken auf, und wenn sich die Ereignisse überschlagen, gibt's ein Unwetter.

Dass vermutlich allein die Volksmusik einen noch schlechteren Ruf genießt als der Heimatfilm, hat allerdings andere Gründe. Die Wurzeln für die Antipathie liegen in den Fünfzigerjahren: Von 1950 bis 1960 machten Heimatfilme fast ein Viertel der deutschen Filmproduktion aus. Hans Deppe, der schon im Auftrag des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels für Kinounterhaltung gesorgt hatte, markierte mit zwei Werken den Anfang der Welle: „Schwarzwaldmädel“ (1950) und „Grün ist die Heide“ (1951).


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