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LebenundWissen Per Mausklick zum Atomausstieg

29.11.2011


Ökologisch bauen, die Folgen eines Tsunamis begrenzen, eine ganze Stadt energieeffizient führen: „Grüne“ Onlinespiele sollen nicht nur Spaß machen, sie sollen auch Wissen vermitteln. Doch statt um Geld geht es etwa um Kohlendioxid“, sagt Thorsten Unger, Geschäftsführer des Learning-Game-Portals Zone 2 Connect.

Umweltspiele seien Lernspiele.

Konzentration und Cleverness erfordert das Online-Game „Energetika“. Dabei muss die Stromversorgung eines Landes bis zum Jahr 2050 sichergestellt werden. Das gelingt nur mit einem Energiemix, der die Bürger zufriedenstellt, die Umwelt schont und die wirtschaftliche Kraft erhält. Eine komplexe Aufgabe. Doch: „Diese Komplexität macht den Reiz des Spiels aus“, sagt Projektleiter Frank Ulmer.

„Energetika“ wurde für das Wissenschaftsjahr 2010 des Bundesbildungsministeriums entwickelt. Am Ende stand ein interessantes Ergebnis: Obwohl die Energieversorgung im Game sowohl mit regenerativen Energien als auch mit Kohle oder Atomkraft gewährleistet werden kann, hat sich der überwiegende Teil der Spieler zu 100 Prozent für Öko-Energiemixe entschieden.

So auch Andres Gvirtz, der Gewinner des „Energetika“-Spiels. Der 15-Jährige setzte auf Wasserkraft. „Die hat keine elementaren Nachteile“, sagt der Heidelberger. „Man nimmt niemandem etwas weg und hat keine hohen Folgekosten.“ Besonders die ersten Jahre, in denen die älteren Kraftwerke abgeschaltet werden, sind schwer. „So entsteht eine Unterversorgung, die man schnell ausgleichen muss“, erklärt Gvirtz. Man muss neue Kraftwerke bauen – ohne sich zu verschulden. Das gelingt nur mit höheren Strompreisen, die die Bürger ärgern. Solche Herausforderungen haben den Schüler begeistert.

Auf Spaß bei der Umweltbildung setzen auch die Uno. Das englischsprachige Simulationsspiel „Stop Disasters“ beschäftigt sich mit Naturkatastrophen wie Tsunamis, Hurrikane, Überflutungen und Erdbeben. Der Spieler muss durch Bauprojekte ein sicheres Umfeld für die Bevölkerung schaffen – bevor die nächste Katastrophe kommt. Und ist dies geschehen, muss er die Schäden beheben.

Umweltspiele werden mittlerweile auch als Social Games entwickelt, also als Online-Spiele in sozialen Netzwerken wie Facebook. So ist im Sommer dieses Jahres eine Beta-Version von „Ecotopia“ online gegangen. Ziel des Spiels ist es, eine heruntergekommene Stadt wiederaufzubauen. (dpa)

Zu „Energetika“

dpaq.de/o53SS

Zu „Stop Desaster“:

dpaq.de/CP08L

Gesundheitsbewusstes Bauen
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