Mein
Schlagwörter


Muss der Klimaschutz energischer vorangetrieben werden? Ja, meinen Wissenschaftler und weisen auf Permafrostböden hin

US-Forscher haben mit neuesten Berechnungen zur weltweiten Eisschmelze bisher gültige Klimaschutzziele in Frage gestellt. Der am Mittwoch veröffentlichten Studie der University of Colorado zufolge werden im Jahr 2200 bis zu zwei Drittel der Permafrostböden der Welt geschmolzen sein. Durch einen damit zusammenhängenden biologischen Prozess würden zusätzlich zwischen 130 und 250 Milliarden Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO in die Atmosphäre gelangen.

Das sei rund ein Fünftel der Menge, die sich heute in der Atmosphäre befinde. Die internationalen Klimaziele müssten an die neuestenErkenntnisse angepasst werden, so die Forscher. „Es ist sowieso schon schwierig genug, unsere Emissionen zu senken, aber nun werden wir sie noch mehr senken müssen“, sagte der für die Studie verantwortliche Professor Kevin Schaefer.

Bei Permafrostböden handelt es sich um Flächen im nördlichen Kanada und vor allem in Sibirien, die ganzjährig gefroren sind. Pflanzliches Material, das seit der Eiszeit in der Eisschicht eingeschlossen war, zerfällt bei der Schmelze und setzt CO frei. Unter der Wasseroberfläche wird beim Auftauen dagegen das Gas Methan frei. Es kann in noch höherem Maß als Kohlendioxid zur Verstärkung des Treibhaus-Effekts in der Atmosphäre beitragen.

Für ihre Studie erstellten die Forscher ein Modell des Zerfalls pflanzlichen Materials unter den Klimabedingungen, die gängigen Annahmen zufolge im Jahr 2200 herrschen werden. Dabei gingen sie von einer Erwärmung der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei bis drei GradCelsius aus.

Ob ein großflächiges Auftauen des Permafrostbodens indes den Klimawandel erheblich beschleunigt, ist unsicher. Forscher weisen ebenfalls darauf hin, dass sich auf dem dauerhaft aufgetauten Boden neue Pflanzengemeinschaften ansiedeln können. Diese wiederum können deutlich mehr CO aus der Atmosphäre binden als die frühere Flora und dann an den Boden weitergeben. (dpa/mic)

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln