Für Kälber, Schafe oder Schweine, die jahraus, jahrein durchs Land gekarrt werden, um Tausende von Kilometern entfernt gemästet oder geschlachtet zu werden, ist der Transport im Sommer die Hölle. Die Fahrten dauern Tage. Oft sind die Lastwagen zu klein oder zu stark beladen.
Die Gesetze wurden zwar in den letzten Jahren verschärft. Aber es fehlt an den Kontrollen: „Es gibt nicht genügend geschulte Polizeibeamte“, sagt Catriona Blanke von der Tierschutzorganisation „Animals' Angels“ (Engel der Tiere). Die Bußgelder sind zu milde: „Verstöße gegen die Lenkzeiten werden viel härter bestraft“, sagt Polizeikommissar Dirk Vairo von der Autobahnpolizei Mühlhausen-Ehingen, der sich zum Thema Tiertransporte fortgebildet hat. So bleiben viele Transporte unbehelligt, die ihre lebende Fracht Tausende von Kilometern weit bringen – mit Tieren, die am Ende ihres Weges oft mehr tot als lebendig sind.
„Man muss schon unterscheiden zwischen Nutztier- und Schlachttiertransport“, sagt Karl Gretsch, der Leiter des Veterinäramts für den Kreis Konstanz. „Bei Nutztiertransporten sind die Unternehmen schon bestrebt, die Tiere heil am Zielort anzubringen.“ Aber selbst dann gibt es immer wieder Verstöße. Gretsch zeigt Bilder von einem Kälbertransport, den die Autobahnpolizei Mühlhausen-Ehingen im Mai gemeinsam mit dem Veterinäramt auf der A 81 stoppte. Die Tiere sollten zum Mästen nach Spanien gebracht werden. Denn in Deutschland werden zwar viele Kälber geboren, damit ihre Mütter Milch geben.

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