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LebenundWissen Die Ballons fliegen nur mit Kabel

18.12.2010


Unter jedem zehnten Weihnachtsbaum wird in diesem Jahr ein neuer Flachbildschirm-Fernseher stehen, behauptet der IT-Branchenverband Bitkom. Eine schöne Bescherung, die gute TV-Bilder verspricht, aber zunächst ganz schön enttäuschend sein kann.

„Kabelfrust unterm Tannenbaum“ sieht jedenfalls die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kommen. Grund: „Oftmals fehlt etwas für den ungestörten Sehgenuss.“ Festgestellt haben die Verbraucherschützer dies bei einem Blick in die Verpackungen von zehn Herstellern.

Als Last-Minute-Geschenk empfehlen sie deshalb ein sogenanntes HDMI-Kabel. Tatsächlich gibt es ohne HDMI kein HD, also hochaufgelöstes Fernsehen mit besonders scharfen Bildern. HDMI ist die Abkürzung für High Definition Multimedia Interface und meint die volldigitale Übertragung von Audio- und Videodaten. Das Gros der neuen TV-Geräte hat einen solchen Anschluss, der per eingestöpseltem HDMI-Kabel für brillante Bilder auf dem LCD- und Plasma-TV (HD-ready, Full-HD) sorgt. Um die zehn Euro kostet ein einfaches HDMI-Kabel im Handel. Wer eine hochwertige Ummantelung oder goldbedampfte Kontakte haben will: Bitteschön, gibt's auch, dann kostet das Kabel aber 100 Euro. Dafür gibt's laut Verbraucherzentrale aber auch ein rund sechsmal schärferes Bild bei Filmen auf den Nachfolgescheiben der DVD, Bluray genannt, HD-Talk-Shows und Konsolen-Spielen.

Keine gute Lösung ist es, die neuen Geräte und den Flach-Fernseher einfach nur mit billigen Scart- und AV-Kabeln zu verbinden. Das Bild wirkt dann laut der Verbraucherzentrale oftmals weitaus schlechter als beim Röhren-TV. Und doch sind genau diese weniger tauglichen AV- oder Scart-Verbindungen meist im Karton mit dem neuen Fernseher oder Empfänger (Receiver). „Für die Kunden bedeutet das im wahrsten Sinne des Wortes Kabelsalat“, kritisieren die Verbraucherschützer. Absurd: In den Läden gibt es die neue Gerätegeneration mit altem AV-Kabel und gleich daneben steht das Vorgängermodell mit neuer digitaler HDMI-Verbindung in der Schachtel.

Der Blick auf die Verpackung bringt aber nicht immer Gewissheit – vor allem nicht für Käufer von Satelliten- und Kabelreceivern. Diesen liegt in der Regel ein HDMI-Kabel bei. Dennoch weist etwa Topfield mit keinem Wort darauf hin. Tipp für Online-Käufer: Blick ins Datenblatt zum jeweiligen Gerät werfen. Wo unter Lieferumfang nichts vermerkt ist, fehlt das HDMI-Kabel. Bei sieben von zehn befragten großen Unternehmen gilt der Grundsatz: Kein Gerät aus der aktuellen Produktpalette wird mit HDMI-Kabel bestückt. Dabei dürfte, Auswertungen zufolge, hierzulande erst jeder zweite Haushalt ein Flach-TV mit HDMI-Anschluss besitzen. Quasi 100 Prozent beträgt dagegen die Ausstattung mit überzähligen AV- und Scart-Kabeln. Da, lästert die Verbraucherzentrale, „erscheint die Cent-Beigabe so sinnig wie eine Badehose für den Weihnachtsmann.“

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