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05.02.2013  |  von  |  1 Kommentare

Fernsehen Markencheck bringt nur Klischees und Vorurteile zu Apple

Der große Apple-Check zur besten Sendezeit in der ARD am Montagabend um 20.15 Uhr war so wenig neu wie oberflächlich. Eine TV-Kritik von unserem enttäuschten Leiter Neue Medien, Martin Jungfer.

Apple im ARD-Markencheck  Bild: ARD

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Welch vertane Chance! 20.15 Uhr. ARD. Beste Sendezeit. Das Thema: Apple. Die Redaktion der Sendung "Markencheck" hätte sich aufmachen können und den Gipfel des investigativen Fernsehjournalismus erklimmen können. Endlich einmal das Phänomen - und auch das Problem - Apple einer breiten Zuschauerschaft erklären können. Stattdessen aber gab es eine Sendung zu sehen, die lieblos aus Vorurteilen, Oberflächlichkeiten und Belanglosigkeiten zusammengeschraubt war.

Am ARD-Markencheck war nichts neu. Dass der Materialwert der Bauteile nur einen Bruchteil des Preises ausmacht? Gähn! Dass die Mitarbeiter von Foxconn in China nicht nach dem Modell der deutschen 40-Stunden-Woche arbeiten und dabei teilweise sogar stehen müssen? Nicht schön, aber ein alter Hut! Dass Apple für seine Nutzer und Fans eine große Anziehungskraft hat, geradezu Kultfaktor? Das weiß doch inzwischen wirklich jeder.

Harte Kritik auf der Facebook-Seite

Apple, so das zwar nicht ausgesprochene, aber immer spürbare Urteil, sei der Inbegriff des bösen Kapitalismus, der zunächst die Mitarbeiter ausbeutet, die die Geräte von iPhone bis iPad herstellt, und am Ende die Kunden schröpft, weil es ihnen überteuerte Geräte andreht. Wer so einen Beitrag von 45 Minuten Länge angeht, darf sich nicht wundern, dass er hinterher in den Sozialen Netzwerken mit harter Kritik überzogen wird. Auf der Facebook-Seite des "Markencheck" schreibt zum Beispiel eine Zuschauerin: "Für mich sehr enttäuschend! Eine offentlichtlich sehr einseitige und populistische Berichterstattung...". Das sind noch die Kommentare der freundlichen Art. Andere Zuschauer gehen härter mit der Sendung ins Gericht. Einer schreibt zum Beispiel: "Was für eine unglaublich arrogante und substanzbefreite Sendung - billige Effekthascherei mit Pseudo-Gutmenschentum."

In der Tat muss sich der "Marken
check" in der ARD auch einige handwerkliche Fehler vorwerfen lassen. Warum wurden zum Beispiel nicht die Arbeitsbedingungen der anderen Smartphone-Hersteller untersucht? Zum Beispiel fertigt Foxconn auch für andere Unternehmen Elektronik-Geräte. Warum wird nur der Materialwert veranschlagt, wenn es um den Wert eines iPhones und den angeblich überteuerten Endkunden-Preis geht? Wie und wo werden die Kosten für Marketing, Forschung und Entwicklung veranschlagt?

Fortsetzung mit reißerischem "Hart aber fair"-Motto

Wer nach dem missratenen ARD-"Markencheck" (hier der Link zur Sendung in der Mediathek der ARD ) noch nicht genug hatte, durfte sich weiter gruseln über eine weitere offensichtlich von digitaler Entwicklung abgekoppelten Redaktion. "Hart aber fair" kam für die nächsten 75 Minuten auf den Schirm. Schon der reißerische Titel "Handy an, Hirn aus - wie doof machen uns Apple und Co.?" verriet den Geist der Sendung. Das Internet ist böse, macht alles kaputt und Apple ist einer der Teufel, der große Schuld auf sich geladen hat. Eine Abrechnung mit einer Talkrunde auf dieser Basis erspart sich der Autor dieser TV-Kritik.
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