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"Wir kriegen die Besten der Besten"

27.01.2012
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Thomas Löffler von der ZF Friedrichshafen AG - Ihm liegt das Betriebsklima besonders am Herzen - Ein Stiftungsunternehmen mit besonderer Kultur.
Thomas Löffler ist ein sympathischer Mensch. Er lacht gerne und begegnet seinem Gegenüber offen und freundlich. Mit seiner hünenhaften Gestalt (1,96 Meter) flößt er aber auch Respekt ein. Perfekte Voraussetzungen also für einen Personalchef. Noch dazu für einen, der die Verantwortung für 15 500 Beschäftigte trägt. So groß ist die Zahl derjenigen Mitarbeiter bei der ZF Friedrichshafen AG, die sich in aller Welt mit Getrieben, Achsen, Kupplungen und Dämpfersystemen für Nutzfahrzeuge beschäftigen. Sie bilden die „Division T“, deren Personalverwaltung von Löffler geleitet wird.

Jede Menge Arbeit also für die Personalabteilung. Darum ist sie mit 120 Mitarbeitern so groß wie ein ganzer mittelständischer Betrieb. Dazu kommen weitere 120 bis 130 Personalfachkräfte an den 22 ausländischen Standorten, die zu Löfflers Aufgabengebiet zählen. Was macht der Personalchef einer 15 500-Mitarbeiter-Mannschaft?

Er denkt voraus. „Zum Beispiel erarbeiten wir jetzt ein Modell, mit dem wir uns auf die Rente mit 67 vorbereiten“, sagt Löffler. Im Schichtbetrieb sei es eine große Herausforderung, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter bis zum Renteneintritt zu erhalten. „Wir arbeiten an einem Langzeitkonto, auf dem die Mitarbeiter in jungen Jahren Arbeitszeit ansparen können, um sie dann in den letzten Berufsjahren abbauen zu können“, sagt Löffler.

Die Interessen der Beschäftigten haben bei ZF mehr Gewicht als bei manch anderem Unternehmen. Denn der Automobilzulieferer gehört nicht anonymen Aktionären, sondern der von der Stadt Friedrichshafen geleiteten Zeppelin- Stiftung. So kommt es, dass ZF im Krisenjahr 2009 einen Solidaritätsfonds gründete, der die Verluste der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter abmilderte. „Das sind innovative Lösungen, die viel Arbeit erfordern. Aber letztlich sind es gute Lösungen, die die Unternehmenskultur von ZF prägen“, sagt Löffler. Die enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat basiere auf einem sehr guten zwischenmenschlichen Verhältnis, berichtet der Personalchef. Dennoch gebe es natürlich auch harte Konflikte, die aber konstruktiv gelöst werden.

Ein gutes Betriebsklima liegt Löffler am Herzen. Alle drei Jahre werden die Mitarbeiter zu diesem Thema befragt und die Ergebnisse in Workshops aufbereitet. Dass die Fluktuation weniger als ein Prozent beträgt, führt der Personalchef auf diese systematische und aufwändige Klimapflege zurück. „Die Mitarbeiter fühlen sich wohl bei uns“, sagte er. Das trägt mit dazu bei, dass ZF ein beliebter Arbeitgeber ist – ein großer Vorteil in Zeiten der Fachkräfteknappheit. „Auf 120 Ausbildungsplätze bewerben sich bei uns 1400 junge Leute. Noch kriegen wir also die Besten der Besten.“ Doch die demographische Entwicklung wird an ZF nicht vorübergehen. Das weiß Löffler, und er denkt auch hier voraus: „Wir werden noch mehr tun, um junge Leute ganz früh an uns zu binden.““

ZF Friedrichshafen AG
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