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St. Georgen „Bei uns geht es um den Menschen“

27.01.2012
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Angelika Müller ist Personalleiterin von Schmidt Technology - Wichtig: Beständigkeit und Loyalität.
Vom jüngsten Azubi bis zum ältesten Jubilar kennt Angelika Müller jeden im Haus. Ihre Tür steht immer offen, die rund 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schmidt Technology in St. Georgen wissen, dass sie mit allen großen und kleinen Sorgen zu ihrer Personalchefin kommen können und tun das auch. Genau deshalb liebt die gebürtige Niedereschacherin ihre Arbeit: „Bei uns geht es um den Menschen, jeder einzelne ist wichtig.“ Die Leitung der Personalabteilung des mittelständischen Familienunternehmens beschreibt sie als „absolute Traumstelle“, die sie über eine Anzeige im SÜDKURIER gefunden hat. Den hatte sie auch während ihrer zehnjährigen Tätigkeit in Nordrhein-Westfalen abonniert. „Meine gewohnte Zeitung war ein Stück Heimat für mich.“

Im „Ruhrpott“ hat sie elementare Erfahrungen in einem Weltkonzern gesammelt, hat viel gelernt, aber auch gemerkt, „dass ich mich auf Dauer in der Anonymität eines Riesenunternehmens nicht wohl fühle“. Die Stellenanzeige war ein Wink des Himmels, zum Januar 2002 wurde Müller als Personalleiterin der Schwarzwälder Technologie- Schmiede eingestellt, seither ist ihr Leben in jeder Hinsicht im Lot.

Arbeitsbedingungen und -klima entsprechen ihren eigenen Vorstellungen, sie identifiziert sich mit der Firmenphilosophie, die auf Tugenden wie Kontinuität, Verlässlichkeit, Verantwortungsbereitschaft, Respekt basiert. Gegenseitiges Vertrauen prägt auch das Verhältnis zu Geschäftsführung und Betriebsrat, was sich insbesondere in schwierigen Phasen bewährt. „Wir haben die eineinhalb Krisenjahre 2009/10 ohne betriebsbedingte Kündigungen überstanden“, stellt Angelika Müller fest. Auftragsrückgänge wurden mit Kurzarbeit überbrückt, „alle zogen an einem Strang, die Belegschaft stand und steht voll hinter der Firma“.

Das Wir-Gefühl ist ausgeprägt bei Schmidt Technology und wird zum Beispiel durch ausgedehnte Jubilarfeiern in der Vorweihnachtszeit gefördert. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnete Rolf Schmidt unlängst für zehnjährige Betriebszugehörigkeit aus, sechs Kollegen feierten ihr 25-Jähriges. Die Treue zur Firma spricht für sich. „Wir zahlen zwar gut, aber Geld kann keinesfalls das einzige Motiv für eine Bewerbung sein“, sagt die Personalleiterin. Darum mag sie keine „Headhunter“ und würde nie welche zur Personalsuche einsetzen: „Wen finanzielle Anreize locken, der lässt sich auch wieder weglocken.“ Bei Schmidt Technology hingegen sind Beständigkeit und Loyalität gefragt. Die Mitarbeiter sollen gern ihr Bestes geben, sollen sich wohl fühlen in ihren Teams und an den Arbeitsplätzen, auf deren Ausstattung großer Wert gelegt wird. Zur individuellen Zufriedenheit gehört auch Verbundenheit mit Land und Leuten, weshalb die Fachfrau neue Arbeitskräfte vorzugsweise in der Umgebung sucht.

Bei den weichen Standortfaktoren ist das Unternehmen wie die gesamte Bergstadt benachteiligt, weiß Angelika Müller und zählt auf: Die fehlende Autobahnanbindung, Schnee und Eisglätte im Winter, kein großstädtisches Kino- und Kulturangebot. „Wer hier lebt, weiß andere Vorteile zu schätzen. Er ist in seinem sozialen Umfeld geborgen, hat Familie und Freunde, ist im Vereinsleben verwurzelt.“

Um qualifiziertes Personal zu haben und zu halten, engagiert sich das Unternehmen intensiv in der Ausbildung des eigenen Nachwuchses und wurde dafür in diesem Jahr von der Agentur für Arbeit als vorbildlich ausgezeichnet. Zehn Prozent der Belegschaft sind Azubis, der Lehrstattmeister hat selbst im Hause gelernt und im Vorjahr sein 25. Betriebsjubiläum gefeiert. Die Ausbildungsplätze für das kommende Jahr sind bereits vergeben – Zeichen dafür, wie begehrt sie sind.

Kontakte zu allen Mitgliedern der „Schmidt-Familie“ und kommunikative Moderation zwischen Führungsebenen und Abteilungen beschreibt Müller als ihre wichtigste Aufgabe. Dabei versteht sie sich als konstruktive, aber auch kritische Begleiterin der Beschäftigten, die in vertraulichen Gesprächen auch strenge Worte finden kann.

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