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Wirtschaft Wo sich Theorie und Praxis treffen

16.12.2010
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Das Netzwerk Biolago bringt Forschung und Wirtschaft zusammen. Kooperationsprojekte als Chance für die Bodenseeregion

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Konstanz – Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft läuft oft nicht optimal. Was in den Laboren der Universitäten und Hochschulen erforscht wird, landet noch lange nicht auf den Produktionsbändern der Industrie – obwohl viele Erfindungen Potential dazu hätten. Das Netzwerk Biolago stellt den Dialog zwischen den beiden Parteien her. Rund um den Bodensee bringt es seit 2007 Wissenschaftler und Unternehmer aus der Life Science (Lebenswissenschaft) zusammen. Als 75. Mitglied wurde jetzt die Hochschule Sigmaringen in den Verbund aufgenommen.

Auch wenn Sigmaringen gute 40 Kilometer vom Bodensee entfernt liegt, ist die Lage kein Ausschlusskriterium. Strenge Grenzen kennt das Netzwerk nicht. So wird auch mit Partnern in der Schweiz und Österreich zusammengearbeitet. Dennoch ist es nicht immer einfach, Unternehmen von dem Nutzen einer Zusammenarbeit zu überzeugen, weiß Klaus Schäfer, Vorstandsvorsitzender von Biolago: „Es gibt Kandidaten, die sich zieren.“ So schielt das Netzwerk schon seit langem Richtung Tuttlingen. Die Stadt gilt als Hochburg der Medizintechnik. Doch Unternehmen wie Aesculap sträuben sich noch gegen eine Mitgliedschaft im Verein, weil sie sich nicht als Biotechnologie sehen. Doch Schäfer hält dagegen: „Es gibt Forschungsbedarf.“ Auch Nestlé in Singen würde das Netzwerk bereichern – im Bereich der Ernährungsindustrie. Doch auch vom Maggi-Gelände aus gab es noch kein positives Signal.

In erster Linie ist die Biolago-Geschäftsstelle ein Anlaufpunkt für Forscher mit Ideen und Unternehmen mit Geld und Risikobereitschaft. Es gibt auch Unterstützung für junge Wissenschaftler, die ihr eigenes Unternehmen gründen wollen – so entstand etwa eine Zusammenarbeit mit Nycomed. Außerdem werden auf regelmäßigen Veranstaltungen potentielle Geschäftspartner zusammengebracht. „Sowohl Professoren als auch Unternehmer sind meist offen für gemeinsame Projekte“, sagt Geschäftsführer Andreas Baur. Doch die Ideen gingen oft im Alltag unter. Eine Erfolgsgeschichte ist zum Beispiel die Zwisler Laboratorium GmbH. Das Unternehmen hat ein Forschungsergebnis von der Uni aufgegriffen – ein Test auf fiebererregende Substanzen ohne Tierversuche. Mittlerweile hat das Unternehmen Kunden in Amerika und ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer.

Insgesamt sind durch die Mithilfe von Biolago 14 Kooperationsprojekte entstanden und auch Arbeitsplätze. So kam der Hersteller von Düngepilzen Mykotown aus Brandenburg auf die Reichenau und hat jetzt zehn Mitarbeiter. Es sei jedoch schwierig den Erfolg genau zu beziffern, sagt Baur: „Die Idee trägt sich weiter und es entstehen neue Projekte.“ Der Verein hofft weiter auf die Förderung von der Stadt und dem Landkreis. Denn von dieser Seite gibt es gute Unterstützung. Schließlich hat die Region die Chance, sich als Life-Science-Region zu etablieren.

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