Die Unternehmen im Bereich Hochrhein-Bodensee und Schwarzwald-Baar-Heuberg schätzen ihre derzeitige Geschäftslage als gut ein. Die Aussichten für 2012 sind aber etwas verhaltener.
Die Wirtschaft in der Region zeigt sich in blendender Verfassung. Wie die Industrie- und Handelskammern Hochrhein-Bodensee und Schwarzwald-Baar-Heuberg auf Grundlage von Umfragen berichten, schätzt die Mehrheit ihrer Mitglieder ihre derzeitige Situation als gut ein. So sprechen im Bereich Hochrhein-Bodensee zwei Drittel der befragten Unternehmen von einer guten Geschäftslage; nur 3 Prozent beurteilen die Lage als schlecht. Besonders erfreulich verläuft hier das Geschäft für den Handel und die Dienstleistungsbranche. Ihnen kommt nach Angaben der IHK Hochrhein-Bodensee nach wie vor der starke Franken und damit die große Nachfrage Schweizer Kunden zugute.
Etwas verhaltener zeigen sich die Industrieunternehmen. Nach den Angaben ist ihre Geschäftslage derzeit zwar sehr gut, doch sind sie im Hinblick auf die Erwartungen für das laufende Jahr eher skeptisch. Angesichts der Euro-Krise und der Konjunkturflaute in Nordamerika rechneten etwa die exportorientierten Betriebe auf den Märkten in Europa und besonders in den USA nicht mehr mit einem Wachstum, erläuterte die IHK Hochrhein-Bodensee weiter.
Erfreulich sei die Investitionsbereitschaft der Unternehmen: In der Umfrage gaben 83 Prozent an, ihre Inlandsinvestitionen zu steigern oder stabil zu halten. Darüber hinaus will jedes dritte Unternehmen mehr Mitarbeiter einstellen; zwei Drittel wollen ihren Bestand halten.
Auch die Wirtschaft in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg brummt derzeit. Besonders das verarbeitende Gewerbe habe nach den Krisenjahren 2008/2009 mächtig aufgeholt und diese Verluste sehr gut ausgleichen können, berichtete die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Ihre geschäftliche Lage bezeichnen hier 58 Prozent der befragten Unternehmen als gut, nur 4 Prozent sehen sie als verschlechtert an. „Wirtschaftlich betrachtet war 2011 für die Unternehmen und für die Region ein Gewinn auf breiter Front“, bewertete IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez die Ergebnisse der Umfrage. Die Wirtschaft verzeichne volle Auftragsbücher, gut ausgelastete Kapazitäten und überaus gute Umsatzzahlen. Mit rund 3 Prozent Arbeitslosigkeit sei zudem nahezu Vollbeschäftigung erreicht. „Trotz der Turbulenzen auf den internationalen Kapitalmärkten bewahrt der regionale Mittelstand kühlen Kopf und geht seinen Weg“, so Albiez.
Dennoch macht sich auch hier inzwischen das Abflauen der Weltkonjunktur bemerkbar, „wenn auch in keiner großen Ausprägung“, berichtet die IHK. So seien sowohl die aktuellen Auftragseingänge als auch die Umsatzerwartungen leicht zurückgegangen. Ein Einbruch wie in den Jahren 2008/2009 sei jedoch nicht in Sicht.