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Wirtschaft Forschung mit Aussicht

11.11.2010
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Nycomed hat vor zwei Monaten das Medikament Daxas auf den Markt gebracht. Jetzt sprach der Forschungsleiter vom künftigen Potenzial des Wirkstoffs

Konstanz – Aus dem hässlichen Entlein wurde nach 17 Jahren doch ein wunderschöner Schwan. So beschrieb Nycomed-Forschungsleiter Anders Ullman an der Universität Konstanz die Entwicklung des Medikaments Daxas. Dieses ist nach langer Forschungsarbeit und Zulassungsphase seit September auf dem deutschen Markt und wird zur Therapie der sogenannten Raucherlunge eingesetzt. Der Wirkstoff Roflumilast hemmt bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ein Entzündungsenzym und soll helfen, die Lungenfunktion zu verbessern.

Nycomed spricht dem Medikament das Potenzial zum Blockbuster zu – langfristig könnte es dem Unternehmen also einen Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar jährlich einbringen. Anders Ullman gab auf dem Begegnungsforum „Uni meets Pharma“ einen Ausblick auf die mögliche künftige Entwicklung des Wirkstoffs. Mit einiger Forschungsarbeit sei es denkbar, dass mit der Zeit Produkt-Varianten entstünden. Auf Grund des kurzen Zeitraums konnte Ullman zum bisherigen Markterfolg des in Konstanz entwickelten Medikaments nichts sagen. COPD ist eine weltweit verbreitete Krankheit. 2005 starben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) über 3 Millionen Menschen daran.

Das Life-Science-Netzwerk Biolago lud Wissenschaftler, Gesundheitsindustrie und interessierte Bürger zu dem Forum ein. Horst Frank, Oberbürgermeister von Konstanz, stellte sich klar zum internationalen Verbund am Bodensee, der Einrichtungen und Unternehmen im Bereich der Biowissenschaften miteinander verknüpft. „Wir freuen uns, wenn die Stadt attraktiv ist und hier gelehrt und geforscht wird“, sagte er vor rund 70 Zuhörern. Kooperationen dieser Art böten Chancen für die Stadt. Die entstehenden Arbeitsplätze würden die Möglichkeit für Studierende schaffen, auch nach dem Abschluss in Konstanz zu bleiben. Andreas Marx, Chemiker und Prorektor für Forschung an der Universität, hob die starke Partnerschaft des Pharmakonzerns mit der Universität hervor.

Die Umsatzentwicklung bei Nycomed im dritten Quartal zeigte sich negativ. Der Gesamtnettoumsatz in Euro sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben des Konzerns um 0,7 Prozent auf 814 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um 23,9 Prozent auf 217,1 Euro zurück. Der operative Gewinn sank um 65,3 Prozent auf 24,1 Millionen Euro. Nycomed erzielte vor allem in den Schwellenmärkten Umsätze und kämpft mit dem Umsatzrückgang durch den Patentschutzverlust des Medikaments Pantoprazol.

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