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Wirtschaft Exporte auf Rekordniveau

09.02.2012


Der unerwartet schlechte Jahresabschluss im Dezember bringt die deutschen Exporteure nicht aus der Fassung: „Auch 2012 ist der Export trotz vieler Rezessionsängste auf Kurs zu einem neuen Allzeithoch“, gibt sich Anton F. Börner zuversichtlich.

Auf Europa, das unter Schuldenbergen ächzt und von Sparpaketen gebremst wird, setzt der Präsident des Außenhandelsverbands BGA dabei nicht: Die großen Antreiber des deutschen Exportmotors sollen Boom-Länder wie China, Indien oder Brasilien sein. Besonders die deutschen Autobauer setzen zudem auf eine starke Entwicklung in den USA.

Dass sich die Dynamik der vergangenen beiden Jahre nicht wiederholen lässt, nimmt die Exportbranche gelassen hin. Schließlich strotzt sie vor Kraft wie nie: Die Exporteure blicken auf ein Rekordjahr zurück, in dem der Wert der ausgeführten Waren erstmals die Marke von einer Billion Euro übersprungen hat. Auf diesem Niveau lässt sich aufbauen, auch wenn die Exporte von November auf Dezember 2011 überraschend deutlich um 4,3 Prozent zurückgingen.

Aber es ist noch immer Luft nach oben. So warnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zwar vor wachsenden Risiken der Weltwirtschaft, erwartet aber einen weiteren Anstieg der Exporte. Dieser dürfte mit rund 3 Prozent aber bescheiden ausfallen im Vergleich zum Plus von 11,4 Prozent 2011 und von 18,5 Prozent zuvor. Auch der DIHK ist überzeugt, dass die Exporte 2012 eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur bleiben, betont aber: „Die verhaltene Nachfrage aus Europa verhindert 2012 ähnlich hohe Wachstumsraten wie 2010 und 2011.“

Denn insbesondere die Unsicherheiten im Euroraum drücken die Stimmung. „Es ist möglich, dass der Euro in seiner heutigen Form in einem halben Jahr nicht mehr besteht“, sagt Christian Grimme, Außenwirtschaftsexperte am ifo-Institut. Auch Börner tritt auf die Euphorie-Bremse: „Trotz des positiven Ausblicks machen wir uns Sorgen um Europa.“ Dabei schienen die Risiken zuletzt auf dem Rückmarsch, wie Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf betont: „Die von der Staatsschuldenkrise ausgehende Unsicherheit ist deutlich zurückgegangen, so dass die allgemein sehr guten Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft – wie die niedrigen Zinsen – wieder stärker ihre Wirkung entfalten können.“

Die zurückhaltende Zuversicht zieht sich quer durch die großen Industriebranchen. So machte sich die nachlassende Dynamik der Weltkonjunktur zuletzt zwar auch in den Auftragsbüchern des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus bemerkbar – allerdings auf hohem Niveau, wie der Branchenverband VDMA betont. Immerhin konnte die exportorientierte Industrie ihre Ausfuhren in den ersten elf Monaten 2011 in alle großen Märkte zweistellig steigern. Das gilt für China ebenso wie für Frankreich oder die USA. Dabei ist die Branche überzeugt, dass ihre Produkte auch künftig in aller Welt gefragt sein werden. „Wir bleiben für 2012 verhalten optimistisch“, sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Die deutsche Elektronikindustrie sieht sich ebenfalls weiter im Aufwind, wenn auch mit weniger Schwung. Der Chefvolkswirt des Branchenverbands ZVEI, Andreas Gontermann, erwartet ein Produktionsplus von 5 Prozent. Zum Vergleich: 2011 legte die Produktion um 13 Prozent zu, 2010 um 14 Prozent. Auch die deutschen Autobauer verbreiten erste Erfolgsmeldungen für 2012. Im Januar führten sie knapp 325 000 Autos aus – 4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

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