Auf dem Gebiet der „Behavioral Finance“ untersucht Finanzwissenschaftler Joachim
Goldberg dieses Verhalten.
Herr Goldberg, können Sie erklären was Behavioral Finance eigentlich ist?
Das ist letzten Endes der Versuch, Ökonomie und Psychologie zusammenzubringen. Mit der reinen Standard-Ökonomie kommen wir nicht mehr weiter. Demnach hätten nämlich die Krisen, die wir in letzter Zeit hatten, nicht in dieser Häufigkeit auftreten dürfen. Der Wirtschaftswissenschaftler Daniel McFadden sagte vor zwei Jahren auf der Nobelpreisträger-Tagung in Lindau man werde sich fragen müssen, ob es sich bei der Theorie von der Markteffizienz wirklich um gute Wissenschaft handelt. Das heißt, wir müssen davon ausgehen, dass die Menschen keine reinen Nutzenmaximierer im ökonomischen Sinne sind, sondern durchaus eine Vorstellung von Fairness und sozialem Verhalten haben. Die Idee, dass Finanzmärkte effizient sind, muss also auch deswegen hinterfragt werden. Das tut die Behavioral Finance. Die Menschen wollen zum einen zwar unbedingt Geld verdienen, am anderen Ende wollen sie sich aber wohlfühlen.
Aber das ist doch eigentlich keine neue Erkenntnis?
