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Grafenhausen-Rothaus Rothaus zahlt wieder Millionendividende

Die Schwarzwälder Staatsbrauerei ist 2016 leicht gewachsen. Grund war nicht zuletzt das gute Geschäft mit alkoholfreien Bieren.

Das baden-württembergische Finanzministerium kann sich wieder über einen Millionen-Scheck aus dem Hochschwarzwald freuen: Die Badische Staatsbrauerei Rothaus (Grafenhausen-Rothaus) überweist dem Land als alleinigem Eigentümer für das vergangene Jahr eine Dividende in zweistelliger Millionenhöhe, berichtete Christian Rasch, Alleinvorstand der Brauerei. Eine genaue Zahl nannte er nicht. Rothaus ist zu 100 Prozent im Besitz des Landes und eine der größten Brauereien im Südwesten.

Rasch zeigte sich mit der Entwicklung im vergangenen Jahr zufrieden. "Das vergangene Geschäftsjahr konnten wir trotz aller Herausforderungen im Markt erfolgreich abschließen", freute er sich. So habe Rothaus trotz eines durchwachsenen Jahres für die deutsche Brauwirtschaft ein Umsatzwachstum von 1,6 Prozent auf 75,6 Millionen Euro erzielt. Wie alle Brauereien kämpfe Rothaus mit einem starken Konkurrenz- und Preisdruck in der Branche, sagte Rasch. Vor allem große Braukonzerne sowie national und international agierende Marken setzten auf Preiskampf und Rabattaktionen. Dennoch sei Rothaus ein Umsatzplus gelungen. Ein Grund sei hierfür die erweiterte Produktpalette gewesen.

Positiv verlief 2016 nicht zuletzt das Geschäft mit alkoholfreien Bieren, die sich – so Rasch – "besser als der Markt entwickelt haben". Allein beim alkoholfreien Pils etwa sei ein Plus von 7,1 Prozent erreicht worden. Auch die Nachfrage nach kleineren, handlichen Verpackungsgrößen wie Sixpack, Vierer-Pack und Zehner-Kiste steige. Rothaus reagiere darauf mit einem erweiterten Angebot. Verbunden sei dies jedoch mit höheren Produktionskosten.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf 29,8 Millionen Euro und damit eine halbe Million Euro weniger als 2015. Als Grund für das gesunkene Ergebnis nannte Rasch Ausgaben für Feste und Aktionen zum 225-jährigen Bestehen von Rothaus im vergangenen Jahr. Die Zahl der Mitarbeiter betrug 246, das waren 13 Beschäftigte mehr als im Vorjahr. Auch im laufenden Jahr soll es weiter aufwärts gehen. Angepeilt wird ein Umsatzplus von einem Prozent. Rasch unterstrich, dass sich Rothaus weiter auf Baden-Württemberg als Heimatmarkt konzentrieren werde. „90 Prozent unserer Geschäfte machen wir hier im Südwesten, nur 10 Prozent außerhalb.“ Auch sämtliche Rohstoffe werde Rothaus weiter nur aus Baden-Württemberg beziehen.

Auch ansonsten setze das Schwarzwälder Unternehmen auf Nachhaltigkeit, betonte Rasch weiter. So schritt der Neubau des Gebäudes der Sortieranlage mit Solarthermie-Anlage sowie der Kommissionierhalle erfolgreich voran. Zudem beziehe das Unternehmen nach wie vor ausschließlich regionalen Ökostrom aus dem Wasserkraftwerk Rheinfelden.

Rothaus Brauerei

Die Badische Staatsbrauerei Rothaus AG wurde 1791 vom Benediktinerkloster St. Blasien gegründet. Sie liegt im Hochschwarzwald auf 1000 Metern Höhe und ist Deutschlands höchstgelegene Brauerei. Das Unternehmen beschäftigt 246 Mitarbeiter, ist seit 1806 in Staatsbesitz und gehört dem Land Baden-Württemberg. Das bekannteste Produkt ist das Tannenzäpfle Pils. (sk)

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