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Wirtschaft Martin Lengefeld hilft beim Lernen

Der Englisch-Trainer ist mit seinem Little Helper Verlag erfolgreich. Er unterstützt Unternehmen bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Der Lebensweg von Unternehmern verläuft nicht immer gerade. Zu viele Unwägbarkeiten und Ereignisse beeinflussen die berufliche und geschäftliche Laufbahn. Besonders viele Wendungen nahm die Karriere von Martin Lengefeld. Auf nachdrücklichen Wunsch seines Vaters musste der Geschäftsführer des Little Helper Verlags GmbH (Konstanz) den Beruf des Straßenbauers erlernen, wurde Hotelkaufmann, lebte zwei Jahre in Neuseeland und Australien und studierte dann Betriebswirtschaft. Als Student machte er sich mit einem Catering-Unternehmen in München selbstständig und verkaufte auf Open-Air-Festivals und in der Bavaria Filmstadt selbst gebackene Donuts. Das war der Einstieg in das Unternehmertum. Später gründete er ein Unternehmen, das Informationssysteme für Hotels vertrieb.

Sicher verhandeln - auch auf Englisch

Daneben interessierte ihn immer das Vermitteln von Sprachkenntnissen oder – weiter gefasst – Kommunikationskompetenz. Er lehrte Englisch an der Berufsakademie in Ravensburg, an den Fachhochschulen Zürich und Konstanz, wurde Abteilungsleiter an einer Sprachenschule und gründete schließlich sein eigenes Lehrinstitut für Business English. Seither trainiert und coacht der Siemens-zertifizierte Trainer für Verhandlungstechnik Geschäftsleute, auch sehr hochrangige, die ihre Präsentations-, Verhandlungs-, oder Gesprächskompetenz in Deutsch oder Englisch verbessern wollen. 2006 erfolgte dann der vorerst letzte Schritt: Lengefeld gründete in Konstanz den Little Helper Verlag, der sich auf Lernmaterialien spezialisierte, die sich an der gesprochenen Sprache orientieren.

Die Sprachvermittlung bildet heute noch den Kern des Verlags, doch das Werkzeug hat sich verändert. Anfangs druckte Lengefeld kleine Karteikarten mit den wichtigen Redewendungen, die seine Kunden zum Beispiel für englischsprachige Präsentationen benötigten. Später fasste er sie in Mini-Büchlein zusammen – kaum größer als eine Kreditkarte. Zweck des Formats: Der Sprachschüler konnte das Büchlein stets bei sich führen und bei jeder Gelegenheit einen Blick hineinwerfen, neue Begriffe und Redewendungen lernen. Inzwischen ist die Web app für Firmen namens „Easy Learner“ der Renner im Angebot des Little Helper Verlags. Die Mitarbeiter können damit ihre Kenntnisse auf vielerlei stationären und mobilen Endgeräten trainieren. „Es funktioniert auf jedem Gerät, das Internet-Zugang hat“, sagt Lengefeld. Besonders gefragt sind die jeweils 100 Erfolgssätze für Meetings, E-Mails und Telefonieren. Der Unternehmer hat vor einigen Jahren festgestellt, dass sich seine Methode nicht nur zur Vermittlung von Sprachen eignet. Für Microsoft produzierte er ein Mini-Büchlein mit den wichtigsten Tastenkombinationen für Windows 7 und Office 2010. Für die baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern stellte er Tipps für die Fitness am Arbeitsplatz zusammen.

Fortschritt auf ganzer Linie

Mit Computern und Smartphones lassen sich die Vorteile seiner Methode noch besser ausspielen, hat Lengefeld festgestellt. Seine Kunden können zum Beispiel eigene Inhalte in den Easy Learner einbauen und das Programm so zu einer Wissens-Datenbank machen. Die Gemeinde Baiersbronn nutzt diese Möglichkeit, indem sie ihre touristischen Mitarbeiter nicht nur im sprachlichen Umgang mit Gästen aus England und Frankreich trainiert, sondern auch touristische Lern-Inhalte hinterlegt. So können neue Mitarbeiter auf effiziente Art lernen, wie lang das Radnetz der Gemeinde ist, oder wie der höchste Berg der Region heißt. Auch die Fotos wichtiger Gäste lassen sich speichern, sodass die Mitarbeiter in der Lage sind, diese Urlauber mit Namen zu begrüßen.

Der Unternehmenschef benützt seine App selbst, um sich auf Moderationen vorzubereiten. „Ich füttere dann Firmen-Details, Namen und Gesichter ein, um sie mir rechtzeitig einzuprägen. Der Easy Learner, den es in der Funktionsweise auch als Vokabeltrainer App im iTunes und Android Shop gibt, ist auch für mich das perfekte Vorbereitungssystem.“

Viele Kunden sehen das genauso, und so ist das Jubiläumsjahr 2015 für Lengefeld das Beste in der Geschichte seines Verlages. Unter anderem konnte er mit der Deutschen Post erfolgreich das erste Pilotprojekt abschließen. Und natürlich hat der umtriebige Unternehmer, der auch weiterhin als Coach, Moderator und Sprachtrainer für Top-Manager arbeitet, neue Pläne: Demnächst wird er den Easy Learner in Quiz-Form herausbringen – damit das Lernen noch mehr Spaß macht. Und dann wird er nach Indonesien reisen. Dort interessiert man sich für den Easy Learner als Trainingswerkzeug für berufliche Ausbilder. Der Lebensweg von Martin Lengefeld dürfte noch manche interessante Wendung nehmen.

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