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Wirtschaft Konsum zum Valentinstag: Die Liebe darf etwas kosten

Zum Valentinstag steigt der Konsum in Deutschland jährlich stark an. Süßigkeiten und Blumen sind dabei die beliebtesten Geschenke. Der Blumenbranche beschert dies Umsätze in Milliardenhöhe.

Eigentlich geht es um die Liebe, doch für die deutsche Wirtschaft ist es vor allem ein gutes Geschäft. Zum Valentinstag am 14. Februar steigt der Konsum jedes Jahr schlagartig an. Blumen und Süßigkeiten wie Schokolade und Pralinen zählen dabei zu den beliebtesten Produkten, mit denen der oder die Liebste überrascht werden soll.

Für Blumen geben deutsche Kunden laut dem Online-Portal Netzshopping rund sieben Euro aus. Auf Geschenke wie Schokolade entfallen demnach bis zu 15 Euro, und um essen zu gehen werden im Schnitt 26 Euro ausgegeben. Doch das mit Abstand beliebteste Produkt bleiben die Blumen. Um die riesige Nachfrage nach ihnen decken zu können, fliegt allein die Lufthansa zum Valentinstag rund 20 Millionen Rosen nach Deutschland. Der reguläre Flugplan wird laut der Lufthansatochter Cargo sogar mit Charterflügen aufgestockt, um diese große Menge an Blumen transportieren zu können. Die meisten der Blumen landen zunächst am Flughafen in Frankfurt. "Im Jahresdurchschnitt haben Blumen einen Anteil von 20 Prozent an den Waren, die bei uns ankommen", sagt Rainer Wittenfeld, Geschäftsführer des Perishable Center Frankfurt (PCF), das unter anderem Fisch und Fleisch, Obst und Gemüse, aber auch Impfstoffe und pharmazeutische Produkte auf dem Frankfurter Flughafen umschlägt.

Vor dem Valentinstag allerdings steigt der Anteil der Blumenfracht deutlich. "Das sind dann ungefähr 60 Prozent", erläutert Rainer Wittenfeld. "Es kommen rund 1500 bis 1700 Tonnen an." Das entspreche etwa zwölf Frachtflugzeugen. Wahrscheinlich wenig überraschend zum Tag der Verliebten: Der Rosen-Anteil beträgt rund 95 Prozent. Von den Blumen am Frankfurter Flughafen geht knapp die Hälfte an Abnehmer in Deutschland, rund 55 Prozent reisen weiter – etwa nach England, Frankreich, Italien und in die Schweiz.

In den Herkunftsländern – meist Kenia sowie südamerikanische Staaten – spielt der Blumenexport eine wichtige wirtschaftliche Rolle. In Kenia etwa sind Blumen neben Tee eines der bedeutendsten Exportgüter. Nach Angaben des ostafrikanischen Landes wurden allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 knapp 97 000 Tonnen Schnittblumen exportiert. Die Einnahmen aus dem Blumenexport stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 766 Millionen Dollar.

Die Blumenindustrie in Kenia sorgt aber nicht nur für viel Umsatz und zahlreiche Arbeitsplätze – sondern auch für Umweltprobleme. Der hohe Wasserverbrauch beim Blumenanbau zog jahrelang Kritik von Umweltschützern auf sich. Übersäuerung durch Düngemittel und ein absinkender Grundwasserspiegel waren Probleme vor Ort. Mittlerweile sei allerdings einiges getan worden, sagt Roland Gramling, Sprecher der Umweltorganisation WWF. Damals seien Maßnahmen beschlossen worden, die unter anderem den Wasserverbrauch der Betriebe regelten.

Sobald die Blumen aus den Exportländern wie Kenia oder Ecuador in Frankfurt am Flughafen gelandet sind, werden sie an Geschäfte in ganz Deutschland verteilt – und sorgen auch hierzulande für hohe Erträge. Für die Blumenbranche ist der Valentinstag der größte Umsatzbringer des Jahres neben dem Muttertag. Im Jahr 2014 lag der Umsatz der Branche bei rund 4,7 Milliarden Euro.

Der Valentinstag

Er gilt als Tag der Liebenden: Seit Jahrhunderten bekannt, ranken sich um seine Ursprünge Legenden. Im alten Rom gedachte man am 14. Februar der Göttin Juno, sie galt als Beschützerin der Ehe. Schon damals bekamen Frauen Blumen. Namensgeber des Tags soll Bischof Valentin von Terni sein, der angeblich am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet wurde. Er hatte trotz kaiserlichen Verbots Paare getraut und ihnen Blumen gegeben. (dpa)

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