Berlin Discounter nehmen Eier unter Fipronil-Verdacht aus dem Regal

Große deutsche Discounter haben den Verkauf von Eiern aus Betrieben unter Fipronil-Verdacht gestoppt. Zugleich betonten die großen Ketten, dass Kunden die Ware unkompliziert zurückgeben könnten.

Sämtliche Eier von Höfen, auf denen das Milbenbekämpfungsmittel DEGA 16 eingesetzt wurde, seien „unverzüglich aus dem Verkauf genommen“ worden, teilte Lidl am Donnerstag mit. „Der Warenbezug von Höfen, auf denen Fipronil festgestellt wurde, ist komplett eingestellt.“

Auch Aldi Süd bezieht nach eigenen Angaben bereits seit Anfang der Woche keine Eier mehr „aus Betrieben, bei denen der Einsatz von Fipronil bekannt ist oder der Status unklar“ sei. „Darüber hinaus haben wir in einzelnen Regionen Freiland-, Bodenhaltungs- und Bio-Eier aus niederländischen Betrieben aus dem Verkauf genommen. Diese wiesen geringe Gehalte an Fipronil auf. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind diese Gehalte so gering, dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung gegeben ist.“

Auch Aldi reagiert


Aldi Nord hat solche gering belasteten Chargen ebenso aus dem Regal genommen. Darüber hinaus bezieht die Kette nach eigenen Angaben keine Eier mehr aus den gesperrten niederländischen Betrieben. Es gebe aber derzeit keinen Rückruf, „da nach derzeitigem Stand keine Eier an uns geliefert wurden, von deren Verzehr abgeraten wird“, wie eine Sprecherin erläuterte. „Kunden, die bereits Eier bei uns gekauft haben, können diese ebenfalls bedenkenlos verzehren.“ Sollte sich herausstellen, dass in Eiern Fipronil-Gehalte nachgewiesen werden, bei denen eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden kann, werde man die Eier unverzüglich öffentlich zurückrufen.

Rewe und seine Discounttochter Penny hatten am Mittwoch mitgeteilt, Eier aus den Niederlanden - „also diejenigen, die mit NL geprintet sind“ - vorsorglich komplett aus dem Verkauf zu nehmen.

Edeka sieht keine Veranlassung, etwas aus dem Regal zu nehmen. „Die Eier unserer Edeka-Eigenmarken stammen ausschließlich aus Deutschland“, erklärte ein Sprecher. „Aktuell stehen wir mit unseren Lieferanten und den zuständigen Behörden in einem engen Austausch. Bislang liegen uns keine Nachweise von Fipronil bei Edeka vor.“

 Ministerium: belastete Eier in Baden-Württemberg nicht mehr im Handel


Auch nach Baden-Württemberg wurden mit Fipronil belastete Eier geliefert. Sie konnten jedoch schnell aus dem Handel entfernt werden, gab der Minister für Verbraucherschutz bekannt. Mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden sind auch nach Baden-Württemberg geliefert worden. Das bestätigte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Donnerstag in Stuttgart. Wenig später gab Minister Peter Hauk (CDU) aber vorläufige Entwarnung:

Die betroffenen Eier seien nicht mehr in den Geschäften, sagte Hauk im Radioprogramm SWR Aktuell. Das Ministerium habe allerdings keine Kenntnis darüber, wie viele der betroffenen Eier bereits gekauft wurden, ergänzte Hauks Sprecherin Isabel Kling. Insofern sei weiter Vorsicht geboten.


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