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E-Mobilität Daimler setzt auf eigene Batterien für Elektroautos

Im immer härteren Wettbewerb um die Produktion von Elektroautos will Daimler Vorreiter sein. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur auf neue Automodelle, sondern auch auf selbst entwickelte Batteriesysteme.

Um seine Produktionskapazitäten zu erweitern, baut Daimler im sächsischen Kamenz eine zweite Batteriefabrik. Zur Grundsteinlegung wird am Montag nicht nur Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) erwartet, sondern auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Vom ursprünglichen Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen, hatte sich Merkel kürzlich zwar verabschiedet. Sie hoffe aber weiter auf den Durchbruch der Elektromobilität, sagte sie bei einem Arbeitnehmerkongress in Berlin.

Daimler hofft nicht nur, sondern investiert. "Im Zentrum unserer Strategie steht das emissionsfreie Fahren", erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche im März bei der Hauptversammlung in Berlin. Zu dieser Strategie gehört für den Autohersteller auch der Ausbau der Batterieproduktion. Effiziente Ladesysteme könnten künftig entscheidend sein, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Die setzt wie Daimler verstärkt auf E-Mobilität - auch wegen immer strengerer Emissionsvorgaben der Politik.

Bis 2025 will Daimler bei Pkw mehr als zehn reine Elektromodelle anbieten. Wichtiger Bestandteil der neuen Strategie sind laut Daimler-Vorstandsmitglied Thomas Weber "hocheffiziente Batterien" für die Elektro-und Hybridfahrzeuge von Mercedes-Benz und Smart.

Die Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert zwar einen Preisverfall bei Lithium-Ionen-Zellen, womit auch die Preise für Akkus weiter fallen und Elektroautos langfristig erschwinglicher würden. Doch bislang sind die Batterien immer noch das teuerste Bauteil von E-Fahrzeugen - und das Entscheidendste für deren Attraktivität, was Leistung und Kosten betrifft.

Daimler baut deshalb einen globalen Produktionsverbund für Lithium-Ionen-Batterien auf. In den will das Unternehmen in den kommenden Jahren jährlich eine Milliarde Euro investieren. Das sächsische Kamenz soll in diesem Verbund als Kompetenzzentrum dienen. 2010 entstand dort die erste Fabrik der hundertprozentigen Daimler-Tochtergesellschaft Deutsche Accumotive. Die zweite soll nun 2018 in Betrieb gehen.

Das neue Accumotive-Werk soll Daimler zufolge CO2-neutral produzieren. Ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage werden die Produktionsanlagen mit Energie versorgen - in Verbindung mit stationären Batteriespeichern.

Daimler war 2015 mit seiner Tochtergesellschaft Accumotive in das Geschäft mit stationären Speichern eingestiegen. Die Lithium-Ionen-Batterien können sowohl in der Industrie als auch in Privathaushalten zum Einsatz kommen, etwa um das Stromnetz zu stabilisieren oder Energie aus Photovoltaikanlagen zu speichern. 

Um dem Daimler-Konkurrenten Tesla, der schon länger im Geschäftsfeld Batteriespeicher aktiv ist, die Stirn zu bieten, arbeitet Accumotive eng mit Mercedes-Benz Energy zusammen. Von Kamenz aus kümmert sich das Schwesterunternehmen um die Entwicklung und den weltweiten Vertrieb der stationären Batteriespeicher.

Mit dem neuen Accumotive-Werk soll sich die bisherige Logistik- und Produktionsfläche für die Batterieproduktion in Kamenz laut Daimler auf insgesamt rund 80.000 Quadratmeter vervierfachen. Derzeit beschäftigt Accumotive dort etwa 350 Mitarbeiter. Läuft für Daimler und Accumotive alles nach Plan, könnte sich ihre Zahl bis 2020 mehr als verdoppeln. 

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