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Friedrichshafen Autozulieferer ZF baut selbstfahrenden Elektrobus

Der Zulieferer ZF macht es der Deutschen Post nach und steigt ins Geschäft mit Elektro-Fahrzeugen ein. Allerdings zunächst nur als Partner einer Aachener Technologieschmiede.

Der Friedrichshafener Autozulieferer ZF steigt ins Geschäft mit autonomen Elektro-Fahrzeugen ein und gründet dazu ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Aachener Technologieschmiede E-Go Mobile. Wie ZF am Donnerstag mitteilte, sei das Ziel der Zusammenarbeit "Entwicklung, Produktion und Vertrieb" eines autonomen Fahrzeugs. Dieses soll ab 2019 in mehreren Varianten ausgeliefert werden – etwa als Lieferauto oder als Kleinbus für bis zu 15 Personen, der beispielsweise auf Flughäfen oder im Regionalverkehr eingesetzt werden kann.

"Autonome, vernetzte und damit hochflexible E-Shuttle-Fahrzeuge" würden in den urbanen Ballungszentren der Zukunft eine "bedeutsame Rolle" spielen, sagte ZF-Chef Sommer bei der Vorstellung eines entsprechenden Prototypen. Mit ZF als Partner könne man "schon kurzfristig Testflotten anbieten", sagte Günther Schuh, E-Go-Mobile-Chef. Schuh ist auch Gründer der Street Scooter GmbH, eines Aachener Klein-Herstellers für Elektrolieferfahrzeuge. Für Furore sorgte die Firma, weil die Deutsche Post das junge Unternehmen 2014 aufkaufte und seither die E-Fahrzeuge für seine Paket- und Briefzustellflotte selbst herstellt.

ZF liefert Sensortechnik

ZF, das emissionsfreie Mobilität in Städten als Wachstumsmarkt identifiziert hat, macht es nun ähnlich. Man werde aber nicht zum Autobauer, sondern bleibe Systemzulieferer, sagte ein ZF-Sprecher. Die Gesamtkompetenz am Fahrzeug behalte E-Go-Mobile. ZF hält an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen – Name: E-Go Moove – auch nur eine Minderheitsbeteiligung. Wie hoch diese ist wird nicht verraten. Strategie der Friedrichshafener ist es allerdings, sich mit Aktienpaketen zwischen 25 und 45 Prozent bei Technologiefirmen einzukaufen. Zuletzt sicherte man sich so die Sensorspezialisten Ibeo und Astyx.

Der Großteil der Sensortechnik, sowie der Elektroantrieb, Bremsen, Lenkung und Fahrwerk des neuen E-Busses stamme von ZF, sagte der Firmen-Sprecher. Ab 2019 soll die Serienproduktion beginnen. Mit potenziellen Abnehmern sei man in "ersten Gesprächen", hieß es.

In der Endstufe soll das neue Fahrzeug vollautomatisiertes Fahren ermöglichen, also komplett eigenständig steuern und auch in Notsituationen ohne Eingriff eines Menschen Unfälle vermeiden. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom autonomen Fahren der Stufe vier. Zum Vergleich: Das aktuelle Tesla Modell S erfüllt Stufe zwei.

E-Go Mobile arbeitet derzeit mit rund 50 Mitarbeiter an einem eigenen E-Auto, das in Kürze für Preise ab 12 500 Euro auf den markt kommen soll und eine Reichweite von 120 Kilometer aufweist.

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ZF Friedrichshafen - Deutschlands drittgrößter Autozulieferer: ZF Friedrichshafen ist ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Antriebs- und Fahrwerktechnik und zählt zu den drei größten Automobilzulieferern weltweit. Das Unternehmen gehört zu wichtigsten Arbeitgebern am Bodensee.

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